Mühlheim Der TB Kirchentellinsfurt ist in der Relegation gescheitert

Ein Durcheinander im Tuttlinger Strafraum gestern im Mühlheimer Stadion, wo auf neutralem Platz des Relegationsduell des TBK gegen Tuttlingen stattfand. Mittendrin kämpft der Kirchentellinsfurter Florian Kalbfell (in schwarz-weiß) mit. Foto: Eibner
Ein Durcheinander im Tuttlinger Strafraum gestern im Mühlheimer Stadion, wo auf neutralem Platz des Relegationsduell des TBK gegen Tuttlingen stattfand. Mittendrin kämpft der Kirchentellinsfurter Florian Kalbfell (in schwarz-weiß) mit. Foto: Eibner
Mühlheim / STMI 17.06.2013
Der TB Kirchentellinsfurt bleibt in der Fußball-Bezirksliga. In Mühlheim verabschiedete sich der TBK aus dem Rennen um den Landesliga-Aufstieg. Rund 850 Zuschauer sahen die 1:4 (0:1)-Pleite gegen Tuttlingen.

Die Luft war raus: Vorne wehte nicht einmal ein laues Lüftchen, das Mittelfeld wies teils riesige Löcher auf und den Verteidigern unterliefen Abspielfehler, die öfter zu gefährlichen gegnerischen Kontern führten, als es Christoph Schneck, der Torwart der Kirchentellinsfurter, gewöhnt ist.

Niemand konnte den Leistungsabfall gegenüber der Partie gegen den SV Althengstett in Böblingen-Dagersheim am Mittwoch so richtig erklären. TBK-Trainer Jan Wachsmuth führte das heiße Wetter an, das allerdings auch nur halbherzig. "Wir waren nicht gut, wirkten verkrampft", so der TBK-Trainer. Torwart Schneck drückte seinen Unwillen über die klare Niederlage aus eigener Schwäche mit Hilfe eines drastischen Vergleichs aus: "Die Tuttlinger waren doch eine Klasse schlechter als Althengstett!"

Aber es waren die Tuttlinger, die von Beginn an das Zepter in die Hand nahmen und bewiesen, dass sie gestern den stärkeren Willen besaßen. Mit robuster Spielweise und einem engmaschigen Mittelfeld ließen sie das Aufbauspiel des TBK gar nicht erst zu. Im Tuttlinger Spiel nach vorne glänzte nicht alles - aber sie hatten genug Chancen.

Die erste verwandelte Benjamin Raidt in der 12. Spielminute. Sein Kopfball nach einer Ecke streifte noch den Innenpfosten. Eine Reaktion des TBK blieb zunächst aus. Erst nach 20 Minuten ließen sich die Fesseln lösen, die der Gegner den Kirchentellinsfurtern angelegt hatte. In der 20. Minute monierten sie, ein Tuttlinger habe die Hand zu Hilfe genommen, doch Oberliga-Schiedsrichter Gaetano Falcicchio (Fulgenstadt) pfiff nicht.

Vor der Pause waren die Stürmer der Schwarz-Weißen vom Faulbaum nur einmal in Mühlheim (Donau) gefährlich: Ein abgefälschter Schuss von Tim Hahn (23.), Dominik Kauffmann stochert vergeblich nach. Dann versuchte Toni Rosa seiner Mannschaft Impulse zu verleihen. Seine Pässe kamen meistens an. Die Freistöße waren an diesem Tag allerdings nicht herausragend, außer jenem in der 38. Minute, der haarscharf am rechten Lattenkreuz vorbei zischte.

Weiteres Pech für Rosa: Unmittelbar vor der Pause verletzte er sich schwer am Knie.

Nach der Pause schien der TB Kirchentellinsfurt mehr vom Spiel zubekommen. Der für Rosa eingewechselte Christoph Sauter beackerte den linken Flügel. Er war stets schneller als seine Gegenspieler und seine Flanken wurden immer besser. Dominic Kauffmann versuchte das Spiel zu lenken, aber die TBK-Spitzen, vor allem Hahn, blieben an diesem Tag stumpf. Dann der Lapsus von Außenverteidiger Dennis Baumann, der später feststellte: "Mein Rückpass war zu kurz." Anthony Nwaise erlief den Ball (53.) - zweites Tor für Tuttlingen. In den nächsten Minuten war die TBK-Abwehr offen wie ein Scheunentor, Keeper Schneck verhinderte das Schlimmste.

Hoffnung keimte auf, als Baumann zum 1:2 aus TBK-Sicht einen Freistoß von Kauffmann (72.) einköpfte. Sechs Minuten später allerdings wieder ein haarsträubender Ballverlust, Flanke, Raidt aus vollem Lauf - Tor für den SC 04 Tuttlingen. Mario Giesler markierte in der 87. Minute den 4:1-Endstand.

TBK-Torwart Schneck betonte: "Die Relegation war Bonus. Nächstes Jahr greifen wir richtig an." Mit einem Sieg gegen Tuttlingen wäre der TBK jedoch jetzt schon sicher aufgestiegen.

TB Kirchentellinsfurt: Schneck - Gscheidle, Baumann, Tiedjens, Bierlmeier, Rosa (46. Sauter), Kalbfell, Hombach, Karakus (65. Lehner), Kauffmann, Hahn.

Mössingen bleibt drin: Das Relegationsfinale zwischen der Spvgg Mössingen und dem SC 04 Tuttlingen am kommenden Sonntag in Gomaringen ist obsolet: Weil der Verbandsliga-Zweite FV Ravensburg über die Relegation in die Oberliga aufsteigt, entfällt das Relegationsspiel des VfL Nagold, der als Landesliga-Zweiter aufsteigt und einen Platz in der Landesliga frei macht, den nun der SC 04 Tuttlingen einnimmt. Die Mössinger bleiben drin: "Alles in allem ist der Fußballgott gerecht", bilanzierte Spielertrainer Bernd Bauer, der bestätigende Nachrichten aus Ravensburg und Nagold auf dem Rückweg vom Mannschaftsausflug nach Rimini erhielt.

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