Weit nach Spielschluss stand SSV-Torhüter Milan Jurkovic auf der Rückseite der Hauptribüne,  umringt von gleich mehreren Mitgliedern der Szene E, und versuchte irgendwie den desolaten Auftritt gegen den FC Nöttingen zu erklären. Die Szene E hatte beim Spielstand von 5:1 für die badischen Gäste genug gesehen und fing bereits 20 Minuten vor dem Ende mit dem Abbau der zahlreich aufgehängten Fahnen an. Ein Indiz dafür, dass sie mit dem Auftritt ihrer Mannschaft in keinster Weise zufrieden waren. Und in der Tat zeigten die 05er eine desolate Leistung. Es stimmte überhaupt nichts. Zweikampfverhalten, Laufbereitschaft und Spielwitz waren nicht existent. So war es auch nicht verwunderlich, dass zur Halbzeit ein 0:3 auf der Anzeigetafel im Kreuzeichestadion aufleuchtete. Gür Eray (18.), Tolga Ulusoy (33.) und Leutrim Neziraj (38.) hatten bei ihren Treffern wenig Mühe, da ein Großteil der Reutlinger Mannschaft am Samstag nicht einmal im Ansatz Normalform hatte.

Im zweiten Spielabschnitt schien es zu Beginn etwas besser zu werden, doch Jimmy Marton erstickte mit seinem Tor zum 4:0 auch die letzte Hoffnung der knapp 800 Zuschauer.

Reutlingens Cristian Gilés Sanchez betrieb mit seinem Treffer Ergebniskosmetik, ehe Leutrim Neziraj (70.) und Timo Brenner (76.) per Strafstoß das halbe Dutzend voll machten. „Das war ein Riesendebakel. Wir spielten schlecht und bauten Mist. Ich haue jetzt allerdings nicht drauf und bespreche alles intern mit dem Team. Wenn einer denkt, dass ich hinschmeiße, sieht er sich getäuscht. Ich bin ein Kämpfer und wir haben ja noch Chancen im Pokal“, sagte Reutlingens Trainer Teodor Rus.

SSV: Jurkovic (Note: 4), Schiffel (4), Vogler (5), Reisig (5,5), Di Biccari (5), Eiberger (5), Wöhrle (5) (57. Schmitt/3), Sessa (5,5) (46. Schwaiger/3), Gümüssu (5,5) (46. Elfadli/5), Avdic (5,5), Schneider (5,5) (46. Gilés Sanchez/4).