Es ist fraglos das Spitzenspiel, wenn der Tabellenzweite, am 27. Spieltag in der Fußball-Bezirksliga Alb, den  Primus empfängt. Deshalb ist es sicher auch legitim, dass Rezo Zvone, beim SV Croatia Reutlingen für das Marketing zuständig, am Sonntag gegen den FC Rottenburg mit bis zu 400 Zuschauern am Dietweg rechnet. Die dürfen sich auf einen Gastgeber gefasst machen, der mit allen Mitteln für sein Ziel, den Aufstieg in die Landesliga, kämpfen wird.

„Wir haben es nie aus den Augen verloren, konzentrieren uns aber seit längerem auf den zweiten Platz und die Relegation, weil Rottenburg einfach zu weit weg ist“, sagt Rezo Zvone. Trotz aller Wertschätzung für die Rottenburger zählt am Sonntag aber nur ein Sieg. 56 Punkte hat Croatia bisher ergattert, 56 hat auch der Lokalrivale Young Boys Reutlingen. Der Vollständigkeit halber: Rottenburg weist 64 auf.

Die Reutlinger Kroaten haben fraglos einen Lauf in diesem Jahr, mussten am vergangenen Wochenende allerdings das 0:0 in Hirrlingen beklagen, als ein reguläres Tor nicht gegeben wurde.

Heimstärke als Trumpf

„Zu Hause sind wir noch ungeschlagen“, bringt Zvone die Heimstärke ins Spiel. Die soll nun auch der FC Rottenburg spüren. Der Domstadtklub muss sich unter anderem mit Ante Galic auseinandersetzen, dem Top-Torjäger der Kroaten, der vergangene Woche privat verhindert war, nun aber wieder am Start ist.

Galic ragt aus einem starken Kollektiv zumindest ein bisschen heraus. Sein Können blieb auch anderen Klubs nicht verborgen. „Er hat zugesagt, bei uns zu bleiben – egal wo wir spielen“, sagt Rezo Zvone. Dem Goalgetter gefällt es beim SV Croatia, deshalb konnte ihn kein Angebot weglocken vom Dietweg. Eine weitere wichtige Personalie: Robert Michnia bleibt Trainer, ligaunabhängig. „Er macht einen Top-Job, hat die nötige Ruhe reingebracht“, lobt Zvone.

Als Italiener kommt Michnia ganz gut mit der Mentalität der Kroaten klar, beziehungsweise konnte ihnen manche Sachen austreiben. Zum Beispiel, dass man, wenn es nicht so gut läuft, gleich die Contenance verliert, nicht nur mit anderen, sondern hauptsächlich mit sich selbst hadert. Es wird im Hinblick auf die kommende Runde nur kleinere Fluktuationen geben.

„Zwei machen es noch von der Liga abhängig. Sie wollen gerne Landesliga spielen, am liebsten mit uns“, weiß der Mann, der bei Croatia für das Marketing zuständig ist. Man würde den Kader höchstens ein bisschen verbreitern, ansonsten fühlt man sich für die Landesliga durchaus gewappnet. Die immens spielstarke Mannschaft wäre dort sicher gut aufgehoben.

Sie hat am Sonntag allerdings den größten Brocken vor sich, den es in der Bezirksliga Alb gibt. Sollte die Partie gegen Rottenburg verloren gehen, müsste man sich nämlich wohl vom zweiten Platz verabschieden. Daran mag man bei Croatia gar nicht denken. Den Nachbarn von den Young Boys wäre es natürlich recht.  

Auch der Abstiegskampf hat es in der Bezirksliga in sich. Ab Tabellenplatz acht, aktuell mit 30 Zählern vom TV Derendingen belegt, fängt der Kampf um das sportliche Überleben an. Drei weitere Mannschaften (Sickenhausen, Pfrondorf und Pfullingen II) machen es dem TVD nach und haben ebenfalls die gleiche Punkteanzahl auf dem Habenkonto ergattert. Dahinter folgen Eningen und der SV Zainingen mit 28 Punkten.

Schwere Aufgabe

Gerade für den SVZ wartet am 27. Spieltag, mit der seit Wochen stark aufspielenden TuS Metzingen, eine richtig schwere Aufgabe. Der Sechste Metzingen (43 Punkte) glänzte zuletzt mit famosen Leistungen, welche sechs Siege in Folge einbrachten.

„Um die Punkte vor eigenem Publikum behalten zu können, bedarf es einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Die Ermstäler haben exzellente Einzelspieler und verfügen über brutal viel Qualität in ihren Reihen“, sagt Zainigens spielender Pressewart Julian Bächle, hinter dessen Einsatz noch ein großes Fragezeichen steht. Aufgrund seiner gelb-roten Karte vom vergangenen Wochenende, wird Kapitän Patrick Wörz den Römersteinern fehlen. Auch ein Einsatz von Simon Edel und Daniel Sailer ist noch unsicher. Dagegen kann Trainer Ralf Luik auf Samuel Jühe und Thorsten Rieck wieder zurückgreifen. Bei Metzingen ist Mohamad Zubaida gesperrt.

Minimale Hoffnung

Nach seinem 4:1-Heimerfolg, am vergangenen Mittwoch, im Nachholspiel gegen den TSV Steinhilben, empfängt der Tabellenfünfte TSV Dettingen die SG Reutlingen (7. Platz). Gegen das Team, aus dem Stadtteil Orschel-Hagen, möchten die Ermstäler den 14. Saisonsieg einfahren. Schlusslicht Wittlingen geht als Außenseiter ins Spiel bei den Young Boys Reutlingen. Die Gastgeber wollen mit einem Sieg, weiter das Ziel Aufstieg über den Relegationsplatz möglich machen.