Fußball Bei der TuS Metzingen setzt man auf ein Coach-Quartett

Man lässt Zizino Teixeira-Rebelo nicht alleine im Regen sitzen. Zusammen mit Robert Kristofic, Timo Neuhaus und Bernd Hirschle leitet er die sportlichen Geschicke bei der TuS Metzingen.
Man lässt Zizino Teixeira-Rebelo nicht alleine im Regen sitzen. Zusammen mit Robert Kristofic, Timo Neuhaus und Bernd Hirschle leitet er die sportlichen Geschicke bei der TuS Metzingen. © Foto: Eibner
Metzingen / Wolfgang Seitz 05.01.2019
Der Bezirksligist will mit neuem Konzept an alte Erfolge anknüpfen. Zizino Teixeira-Rebelo, Robert Kristofic, Timo Neuhaus und Bernd Hirschle bilden das Vierer-Team.

Die TuS Metzingen überwintert in der Fußball-Bezirksliga Alb im Mittelfeld. Auf Rang sieben (24 Punkte) ist man weit entfernt von der Tabellenspitze – und mindestens ebenso weit von den eigenen Erwartungen. Deshalb hat sich Trainer Claudio Matsrangelo Anfang Dezember, nach einem 1:1 gegen den Aufsteiger und Tabellendrittletzten TSV Genkingen, verabschiedet.

Resultate haben gefehlt

„Es sind letztlich einfach die Resultate, die mich zu meinem Schritt gezwungen haben“, sagte  Mastrangelo. Die haben in der Tat nicht gestimmt, deshalb auch das schwache Zwischenergebnis nach 17 Partien. Gerade in Spielen gegen Teams aus dem oberen Tabellensegment, erinnert sei zum Beispiel an das Derby in Dettingen, hat die TuS partiell recht gut ausgesehen – allerdings wurde mit geringer Effizienz agiert, und das Niveau konnte nicht über 90 Minuten gehalten werden.

„Wir müssen jetzt gucken, dass wir eine ordentliche Rückrunde spielen, auf die man in der Saison 2019/2020 aufbauen kann“, sagt Spielleiter Thomas Zimmermann. Den Aufstieg in die Landesliga hakt er für diese Spielzeit ab, 2017/2018 hatte man den sofortigen Wiederaufstieg angepeilt, den man als großer Favorit mit Platz vier mehr oder weniger deutlich verpasst hat. Jetzt will man ein Fundament legen, dass es 2020 nach oben gehen kann.

Der Wunschkandidat

Bei der Nachfolge für Mastrangelo hatte der Spielleiter eine genaue Vorstellung, die er mit aller Entschlossenheit verfolgt hat. „Thomas wollte unbedingt, dass ich es mache“, verrät Zizino Teixeira-Rebelo. Abteilungsleiter, TuS-Urgestein und der Mann, der es einfach kann. Nicht zum ersten Mal hat der B-Lizenz-Inhaber nun das sportliche Sagen. Genauer betrachtet ist es aber ganz anders. „Gino“ hat ein Konzept ausgearbeitet, das ihn als Teil eines Vierer-Teams sieht. Arbeit und Verantwortung werden auf mehrere Schultern erteilt. „Da nehmen wir Anleihen bei den Profis. Warum soll das, was dort gang und gäbe ist, bei uns nicht funktionieren“, fragt der Deutsch-Portugiese. Einst hat er beim SSV Reutlingen unter Armin Veh trainiert. Wobei der eher der stille Beobachter war, auf dem Platz hatte er Reiner Geyer, der für die Basics zuständig war. Auch später, als Teixeira-Rebelo in Portugal tätig war, wurde eine gewisse Arbeitsteilung praktiziert. Heute ist das längst normal. Manch Verein leistet sich Trainer, die sich beispielsweise nur um Standardsituationen kümmern.

Der Ansatz bei der TuS Metzingen ist klar: Man will sich an den Großen ein Beispiel nehmen, wo in kleineren Einheiten trainiert wird, man sich um den einzelnen Spieler, seine Stärken und Schwächen, viel besser kümmern kann. Jeder Coach hat sein Spezialgebiet, einer davon ist der Chef. Zizino Teixeira-Rebelo tut sich mit dem Begriff aber schwer. „Vielleicht habe ich das letzte Wort. Das fällt aber erst, wenn wir uns im Team abgesprochen haben. Wenn meine drei Partner gänzlich anderer Meinung sind, bin ich sicher nicht beratungsresistent“, verspricht Teixeira-Rebelo.

Grundbedingung ist, dass beim Quartett die Chemie untereinander stimmt. Das ist der Fall, sonst würde man es gar nicht erst versuchen. Robert Kristofic wurde bisher schon als Co-Trainer geführt, ist nun mit dem Bereich Fitness und Prävention betraut. Timo Neuhaus hat nach längerer Pause bei der TuS wieder die Kickstiefel geschnürt, wird sich nun als Spielerbeobachter betätigen, die Gegner analysieren.

Ganz neu bei der TuS Metzingen ist Bernd Hirschle, bisher Trainer des WSV Mehrstetten. „Ihm hat das Konzept sofort zugesagt, er will mitmachen“, sagt Thomas Zimmermann. „Bernd will einfach mal etwas Neues probieren und ist überzeugt, dass in der Mannschaft viel Potenzial steckt“, sagt „Gino“. Kennengelernt hat man sich bei der Mehrstetter Sportwoche, als die TuS dort spielte, gleich gut verstanden – und jetzt ist Bernd Hirschle ein Teil des Teams, wird eng mit dem „Chef“ zusammenarbeiten.

Bilanz im Mai

Noch einmal Zizino Teixeira-Rebelo: „Es muss uns allen Spaß machen, der Mannschaft natürlich in erster Linie, die jetzt nicht mehr nur einen Ansprechpartner hat.“  Sie hat nun auch mehr als einen Kommandogeber. Nicht nur deshalb verspricht Teixeira-Rebelo eine kernige Vorbereitung auf die Rückrunde. Im taktischen Bereich soll sich etwas ändern, das hat die „Viererbande“ bereits ausgeheckt.

Irgendwann im Mai wird man sich dann zusammensetzen und eine erste Bilanz ziehen. Es ist bei weitem nicht ausgeschlossen, dass es in dieser Konstellation weitergeht. Den Spielern muss es wie gesagt gefallen, ein sportlicher Aufwärtstrend erkennbar sein, und den Rest wird man im Team besprechen. Wobei in einem solchen natürlich ständig kommuniziert wird, sonst wäre es ja keines.  

Ab 29. Januar wird wieder trainiert

Die TuS Metzingen mischt am Wochenende beim Hallenturnier in Frickenhausen mit. Ins Freie geht es dann wieder am 29. Januar, wenn die Vorbereitung auf die Rückrunde in der Fußball-Bezirksliga Alb beginnt. Acht Vorbereitungsspiele sind in Planung, wobei man in Metzingen den großen Vorteil hat, dass man nun zwei Kunstrasen-Spielfelder zur Verfügung hat. Ab 10. März wird das Gelernte dann umgesetzt, wenn es wieder im Punkte geht. Die TuS gastiert dann im Derby beim TSV Eningen. wose

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