"Weltklassespieler" und Alb-Gastronom ist tot

Ab 1963 betrieb Erwin Waldner den Burrenhof zwischen Hülben und Grabenstetten. Nun starb der Ex-Nationalspieler.
Ab 1963 betrieb Erwin Waldner den Burrenhof zwischen Hülben und Grabenstetten. Nun starb der Ex-Nationalspieler. © Foto: arc
EB 20.04.2015

Einer der bekanntesten Spieler in der Geschichte des VfB Stuttgart ist tot. Erwin Waldner verstarb im Alter von 82 Jahren in seinem Heimatort Nürtingen-Neckarhausen, aus dem er als 19-Jähriger ausgezogen war, um die Fußballwelt zu erobern. Von 1952 bis 1960 trug der pfeilschnelle Stürmer das Trikot des VfB Stuttgart, gewann 1954 und 1958 jeweils den DFB-Pokal mit den Cannstattern, für die er insgesamt 214 Spiele in der Oberliga Süd bestritt und dabei 85 Treffer erzielte. 13 Partien (zwei Tore) absolvierte Waldner, der mit 1954er-Weltmeister Fritz Walter eng befreundet war, für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft.

Als einer der ersten deutschen Spieler, die ins Ausland wechselten, trug der Stuttgarter, dem sein Trainer Rudi Gutendorf einst den Stempel "Weltklassespieler" aufdrückte, die Trikots des FC Zürich und SPAL Ferrara (Italien), bevor er 1963 wieder nach Stuttgart zurückkehrte. Für den VfB Stuttgart kamen weitere 63 Bundesligapartien (zwölf Tore) dazu, in denen der technisch versierte Angreifer einen großen Anteil zum erfolgreichen Abschneiden des Klubs in der neugegründeten Liga beitrug. 1967 beendete das spätere VfB-Ehrenmitglied seine Laufbahn im Trikot mit dem roten Brustring, schloss sich dem TB Neckarhausen, FV Ebingen und TSV Urach an, widmete sich aber verstärkt seinem neuen Leben als Gastronom. Schon 1963 erwarb Erwin Waldner zusammen mit seiner Gattin Lisbeth das Landgasthaus Burrenhof an der Landstraße L 250 zwischen Hülben und Grabenstetten, 2009 übernahm sein Sohn Erwin Waldner junior die Geschäftsführung. Fast wäre Erwin junior (kickte auch beim TSV Pliezhausen und bei der TuS Metzingen) in die Fußstapfen des VfB-Helden getreten. Doch dem Nachwuchsstürmer, der mit der VfB-A-Jugend 1984 noch Deutscher Meister wurde, sollte der Sprung in den Profifußball nicht gelingen.

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