Michael „Mimi“ Kraus trug am Sonntag mit zehn Toren maßgeblich zum 27:18-Heimerfolg der SG BBM Bietigheim über die Eulen Ludwigshafen bei. Im Gespräch mit der BZ ließ der 35-jährige Neuzugang sein erstes Spiel in der EgeTrans-Arena Revue passieren und wagte einen Ausblick auf das Duell am Donnerstag in Berlin.

Zehn eigene Tore, klarer Sieg im Schlüsselspiel gegen Ludwigshafen – eine schönere Heimpremiere hätten Sie sich kaum wünschen können.

Michael Kraus: Mit dem Begriff Schlüsselspiel habe ich ein Problem. Es kommen jetzt nur noch Schlüsselspiele. Für mich war es ein ideales Heimdebüt. Es war sehr schön, dass die Halle mit mehr als 3000 Zuschauern gefüllt war. Ich bin vor allem auch stolz auf unsere Abwehrarbeit. Wir haben nur 18 Gegentore bekommen. Es ist wirklich toll, mit wie vielen Emotionen wir hinten gespielt haben. Da lässt es sich auch vorne einfacher spielen.

Um wie viel Prozent sind durch diesen Sieg die Chancen auf den Klassenerhalt gestiegen?

Worte wie Abstieg oder Klassenerhalt müssen aus den Köpfen raus. Seit wir fünf Jahre alt sind, spielen wir alle Handball. Wir müssen den Ball von A nach B bringen und am besten dabei wenig technische Fehler machen. Das hat sich im Profitum nicht geändert. Genau das habe ich versucht, den Jungs zu vermitteln. Wir machen alle das, was wir am liebsten tun, haben Spaß da draußen und marschieren gemeinsam in die richtige Richtung. Sicherlich haben wir jetzt bessere Karten als vor dem Spiel, aber geschafft ist noch gar nichts.

Sie haben zum ersten Mal in der EgeTrans-Arena gespielt und wurden sehr herzlich empfangen. Wie haben Sie die Atmosphäre erlebt?

Ich freue mich sehr über die Euphorie, die mir entgegenschwappt und hoffe, dass ich das in den kommenden Spielen zurückzahlen kann. Die Zuschauer haben uns nach vorne gepeitscht. Es ist für uns als Mannschaft wichtig zu wissen, dass hinter uns Tausende Leute stehen, die möchten, dass Bietigheim in dieser Liga bleibt.

Was sagen Sie zur Galavorstellung von Torhüter Domenico Ebner?

Er war ein grandioser Rückhalt und hat uns mit seinen super Paraden nach vorne gepeitscht. Aber da bringe ich auch unseren jungen Innenblock mit Rönningen, Trost, Rentschler und Fischer ins Spiel. Sie haben das sensationell gemacht und den Angriff der Eulen auch zu schlechten Würfen gezwungen. Es war eine sehr, sehr gute Vorstellung als Mannschaft insgesamt.

Am Donnerstag tritt die SG BBM in Berlin an. Ist auch dort etwas drin?

Man hat immer eine Chance. Wenn uns Berlin eine Tür öffnet, müssen wir auch hindurchgehen. Die Füchse sind jetzt gewarnt. Ein Selbstläufer wird das Spiel für sie nicht werden. Berlin ist eine absolute Topmannschaft und ein ganz anderes Kaliber. Wenn wir aber auch dort so auftreten wie gegen Ludwigshafen, hat es jeder Gegner gegen uns schwer.  Es ist immer schwer, gegen eine emotionale und sehr aggressive Mannschaft zu spielen. Wir werden versuchen, eine ähnlich gute Leistung auf die Platte zu bringen – und dann muss uns Berlin erst einmal schlagen.