Ein 1:0-Sieg im ersten Vorrundenspiel: Durch einen Treffer von Giulia Gwinn gewinnt die Mannschaft von Martina Voss-Tecklenburg ihr erstes Spiel bei der WM. Die rund 15.000 Zuschauer sahen in Rennes eine anfangs gute, dann immer zerfahrenere Partie.

Von Beginn an machten die deutschen Frauen Druck und erspielten sich fast hundertprozentige Torchancen: In der 3. Minute war es Sara Däbritz, die aus 20 Metern abzog. Ihr Schuss segelte neben das Tor. Vor allem die Flügelspielerinnen, Giulia Gwinn rechts und Svenja Huth links, brachten Tempo in die Partie. Während sich das Spiel bis zur 30. Minute hauptsächlich in der Hälfte der Chinesinnen abspielte, wurde es anschließend immer zerfahrener. Die Chinesinnen kamen zur Unachtsamkeiten der deutschen Abwehrreihe zu guten Chancen, die ihnen nur durch Glück nicht zur Führung reichten. Kurz vor der Halbzeitpause dann ein Aufschrei im Stadion: Torhüterin Almuth Schult ging – mit gefangenem Ball – nach einem Zweikampf mit der Chinesin Yang Li zu Boden. Für das harte Einsteigen sah sie von der Unparteiischen aus Kanada die gelbe Karte.

Nach der Pause wechselte Voss-Tecklenburg: Für Verteidigerin Carolin Simon kam Lena Oberdorf, die erst 17-jährige Spielerin der SGS Essen. Oberdorf rückte ins defensive Mittelfeld, Däbritz nahm die Position auf der linken Außenbahn ein, Gwinn rückte nach hinten in die Viererkette. Die Chinesinnen gingen hart in die Zweikämpfe und sahen mehrere gelbe Karten, die Deutschen versuchten in der Offensive weiter Druck zu machen. In der 66. Minute dann der Befreiungsschlag: Die erst 19 Jahre alt Giulia Gwinn traf zum 1:0. Ihr satter Schuss aus der Distanz brachte Deutschland verdient in Führung.

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Außenverteidigerin Hendrich in der Startelf

Für die erste Partie der deutschen Nationalmannschaft gegen China änderte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die Aufstellung: Sie setze wie erwartet Giulia Gwinn auf die linke Außenbahn, Kathrin Hendrich rückt in die Viererkette. Lea Schüller, die im Testspiel gegen Chile noch in der Startelf stand, nahm erst mal auf der Auswechselbank Platz.

Mannschaft fieberte dem Auftakt der Vorrunde entgegen

„Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, hat Voss-Tecklenburg bei der Pressekonferenz am Freitgnachmittag. vor der Partie gesagt. Nicht nur für die Bundestrainerin, auch für ihre Spielerinnen wurde es Zeit, dass die WM-Mission heute startet.  „Die Vorfreude der Mannschaft ist sehr groß“, sagte Co-Kapitänin Svenja Huth vor der Partie im Roazhon Park in Rennes, wo erster Vorrundengegner China ist.

Die Startelf hatte Voss-Tecklenburg bei der Abschluss-Pressekonferenz noch nicht verraten. Sie deutete lediglich an, dass es nicht dieselbe sein wird wie im Testspiel gegen Chile. „Es wird Veränderungen geben“, sagte die 51-Jährige, die sie nun auch auf der linken Außenbahn mit der 19-jährigen Giulia Gwinn und auf der rechten Verteidiger-Position mit Kathrin Hendrich vornahm.

Letztes Aufeinandertreffen entschied Deutschland für sich

China ist offensiv stark, weshalb auf deutscher Seite ein kompaktes Spiel gefragt ist. Auf Pässe in die Schnittstellen muss das Team achten. Das letzte Aufeinandertreffen endete 2016 mit 1:0 für Deutschland. Die Chinesinnen seien schwer einzuschätzen, sagt Voss-Tecklenburg. „Das Team hat sich seit dem Algarve-Cup im März nochmal positiv verändert. Ich glaube, dass China bei der WM eine gute Rolle spielen wird.“

Voss-Tecklenburg: „Stolz und demütig“

Die deutschen Frauen haben die vergangenen fünf Tage in Rennes genutzt, um an der Taktik zu arbeiten und am Abschluss zu feilen. Im letzten Testspiel war die Chancenverwertung eine der Schwachstellen. Die Partie gegen China ist Voss-Tecklenburgs erstes Pflichtspiel, ihr fünftes überhaupt als Trainerin der deutschen Nationalauswahl. „Es macht mich stolz und demütig“, sagte sie am Freitgnachmittag und gab zu: „Je näher es auf das Spiel zugeht, wird es auch bei mir ein Magengrummeln oder feuchte Hände geben.“

Das ist die deutsche Aufstellung (4-2-3-1):

Tor: Schult
Abwehr: Hendrich, Doorsoun, Hegering, Simon
Mittelfeld Leupolz, Däbritz - Huth, Marozsan, Gwinn 
Sturm: Popp

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