Grüße aus Moskau WM-Tagebuch: Auf der Lauer vor der Mauer

Moskau / Armin Grasmuck 16.06.2018

In Watutinki stößt sogar der
Taxifahrer aus der Metropole an seine Grenzen. Mit elektrischer Hilfe hat er sich die gut 40 Kilometer aus Moskau heraus navigieren lassen. Doch je näher wir dem Ziel kommen, desto enger werden die Straßen. Das Hotel der deutschen Mannschaft liegt, nun ja, etwas versteckt. Und dann das: Absperrgitter, Panzerwagen, eine dicke Schranke – und drei russische Polizisten, die sich uns in den Weg stellen. „Njet“, sagt der oberste Befehlshaber, dann fuchtelt er mit den Armen. „Falsche Einfahrt“, so übersetzt es der Taxifahrer.

Also wenden wir, und fahren ... und fahren ... vorbei sehr vielen sehr bunten Hochhäusern noch einmal 15 Minuten, bis wir an eine grüne, etwa vier Meter hohe Mauer kommen, die einen Hauch von Stammheim vermittelt. Diese Wand fahren wir entlang ... und fahren ... bis wir wieder an eine Schranke kommen. Hier geben sich die staatlichen Sicherheitskräfte etwas lockerer. Einmal den Ausweis bitte – und herzlich willkommen!

Auf der anderen Seite der Mauer entdecken wir eine neue Welt. Frisch asphaltierte Wege, Blumen, Büsche und Bäume, der Rasen sauber gepflegt. Das
Hotel ist ein Prachtbau, Joshua Kimmich und Oliver Bierhoff begegnen wir in einem riesigen Saal mit vielen gut gepolsterten Sesseln. Es ist das Kino der Luxusherberge, in der einst Wladimir Putin seine Gäste empfing. Welche Filme hier wohl liefen?

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