Deutsche Nationalmannschaft Wie Toni Kroos einen Mann um 5000 Pfund brachte

Ulm / Tobias Knaack 25.06.2018
Sein Team gerettet, die Fans in Ekstase versetzt – und einen Mann um 5000 Pfund gebracht. Denn Toni Kroos’ Zaubertor hat eine Wette zerstört.

Natürlich ist Lee Robinson sauer auf Toni Kroos. Nicht, weil beim Fußball „22 Männer 90 Minuten lang einem Ball nachjagen und am Ende immer die Deutschen gewinnen“, wie das englische Fußballidol Gary Lineker vor Jahren schon feststellte. Nein, Robinson verflucht den deutschen Mittelfeldstrategen, weil der ihn um 5000 Pfund gebracht hat. Denn Robinson hatte gewettet: Nicht auf ein Remis der Deutschen gegen Schweden, das Kroos mit seinem Zauberschuss in der Nachspielzeit zunichte machte.

Robinson hatte vor dem zweiten Spieltag der Fußball-WM in Russland eine bessere Idee gehabt. Er setzte fünf Pfund auf folgendes Szenario: Der Belgier Romelu Lukaku erzielt zwei Tore gegen Tunesien, Mexiko gewinnt 2:1 gegen Südkorea – und Toni Kroos nagelt einen Ball von außerhalb des Strafraums rein.

25.000 Euro für Leicesters Meisterschaft

So weit, so gewagt, so gut die Quote. Das Wetten gehört in England zum Sport wie der Misserfolg zum HSV. Und: je obskurer die Wette, desto besser (die Quote). Ein Fan von Leicester City etwa hat vor zwei Jahren 25.000 Pfund gemacht, weil er zu Beginn der Saison fünf Pfund auf sein Team als englischer Meister gesetzt hatte. Doch auch anderswo wird gewettet. 50.000 Euro  hätte man bekommen, hätte US-Präsident Donald Trump Meghan Markle zu Harry zum Hochzeitsaltar geführt.

Wegen fünf Zentimetern

Doch zurück zur WM, am Samstag passierte nacheinander das hier: Lukaku traf gegen Tunesien doppelt! Mexiko gegen Südkorea? 2:1! Und Kroos? Der schweißte den Ball in den Giebel! Dumm nur: Er legte den Ball auf Marco Reus, bekam ihn zurück und traf ihn fünf Zentimeter im „Sechzehner“ – und Robinson konnte seinen Wettschein zerreißen. 5000 Pfund futsch wegen fünf Zentimetern. Da kann man schon mal sauer sein auf Kroos.

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