Nach 1:0 gegen DFB-Team Party ja, Euphorie nein: Mexikos Trainer bremst Erwartungen

Die Mexikaner besiegten die DFB-Elf zum WM-Auftakt mit 1:0. Foto: Federico Gambarini
Die Mexikaner besiegten die DFB-Elf zum WM-Auftakt mit 1:0. Foto: Federico Gambarini © Foto: Federico Gambarini
Moskau / Von Thomas Eßer, dpa 18.06.2018

Die Party wollte Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio seinen Spielern nach dem Triumph gegen den Weltmeister nicht verbieten. „Wir werden das jetzt feiern, dann werden wir uns erholen und dann gehen wir weiter“, sagte der Kolumbianer nach dem 1:0 seines Teams gegen Deutschland.

Zu große Euphorie wollte der experimentierfreudige Taktiker jedoch auch nicht aufkommen lassen. Auf die Frage, ob El Tri nach dem Erfolg gegen den Titelverteidiger nun WM-Favorit sei, lachte er und verneinte. „Das war nur das erste Spiel, Schweden wird auch ein harter Gegner sein“, sagte Osorio mit Blick auf das letzte Gruppen-Duell. Auch Südkorea werde nicht leicht zu besiegen sein.

Der Kolumbianer freute sich, dass sein lange vorbereiteter Matchplan aufgegangen war. „Den Spielplan haben wir vielleicht schon vor sechs Monaten aufgestellt“, verriet er. „Heute haben wir aus der Liebe zum Sieg heraus agiert und nicht aus der Angst vor der Niederlage.“ Einige wichtige Faktoren für den Erfolg:

DER RÜCKHALT: Torwart Guillermo Ochoa erwischte einen sehr guten Tag. Der 32-Jährige lenkte einen Freistoß von Toni Kroos in der 39. Minute an die Latte und strahlte auch sonst große Ruhe aus. Ob Distanzschüsse oder Flanken: Ochoa war zur Stelle und hielt seinen Kasten sauber.

DIE ROUTINIERTE VERTEIDIGUNG: Ochoas direkte Vordermänner leisteten ebenfalls hervorragende Arbeit. Im Abwehrzentrum ließen Hector Moreno und Hugo Ayala so gut wie nichts zu. Einmal wurde Moreno sogar offensiv gefährlich, scheiterte mit seinem Kopfball in der 14. Minute jedoch an Manuel Neuer.

DER AGILE VELA: Offensivmann Carlos Vela zeigte in ungewohnter Rolle eine sehr starke Partie. Der 29-Jährige von Los Angeles FC kam nicht wie sonst auf den Außenbahnen, sondern im Zentrum zum Einsatz. Immer wieder kurbelte er die Angriffe der Mexikaner an und störte bei gegnerischem Ballbesitz den Spielaufbau der Deutschen. Velas Auswechslung nach einer knappen Stunde war keinesfalls eine Bestrafung, sondern geplant: „Die Idee mit Carlos war, dass er 60 Minuten lang alles für uns gibt“, sagte Osorio. „Ohne Zweifel war er einer unser besten Spieler.“

DIE STARKEN FLÜGELSTÜRMER: Noch etwas besser war der zum Spieler des Spiels gewählte Hirving Lozano. Der 22 Jahre alte Linksaußen erzielte in der 35. Minute den Siegtreffer und wirbelte die Defensive der DFB-Elf immer wieder durcheinander. „Es ist das wichtigste Tor meines Lebens“, sagte er zu seinem Treffer. Auf der rechten Seite machte Miguel Layún, der immer wieder den Abschluss suchte, ebenfalls ein gutes Spiel. „Wir hatten einen Plan entworfen“, sagte Osorio. „Die Idee war immer, zwei schnelle Außenspieler zu haben.“ Der Plan ging auf und stellte den Weltmeister vor große Probleme.

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