1:2 gegen Kroatien Nigerias Trainer Rohr: „Sind weiter fröhlich“

Nigerias Trainer Gernot Rohr (r) diskutiert beim Spiel gegen Kroatien mit dem vierten Schiedsrichter. Foto: Michael Sohn/AP
Nigerias Trainer Gernot Rohr (r) diskutiert beim Spiel gegen Kroatien mit dem vierten Schiedsrichter. Foto: Michael Sohn/AP © Foto: Michael Sohn
Kaliningrad / Von Holger Schmidt, dpa 17.06.2018

Von seiner unglücklichen WM-Premiere wollte sich Gernot Rohr das Lachen nicht verderben lassen. „Wir werden weiter fröhlich bleiben“, versprach der neben Bundestrainer Joachim Löw einzige deutsche Trainer bei dieser Fußball-WM nach dem 0:2 (0:1) mit Nigeria gegen Kroatien.

Die Chancen auf ein Weiterkommen sind schon jetzt sehr gering. Gegen Vize-Weltmeister Argentinien und den aufmüpfigen WM-Neuling Island brauchen die Afrikaner wohl zwei Siege. Doch Rohr traut dies dem jüngsten Team im Teilnehmerfeld zu. „Nichts ist verloren. Alles ist in unserer Hand“, sagte der gebürtige Mannheimer nach seinem ersten WM-Spiel bei der vierten Station als Nationaltrainer in Afrika.

Doch mangelndes Zutrauen und mangelnde Gegenwehr waren für den gebürtigen Berliner Leon Balogun die Hauptgründe für die Niederlage. „Dass wir ihnen den Ball überlassen haben, war okay. Was gefehlt hat, waren Nadelstiche, wie wir sie in Mainz immer wieder gesetzt haben“, sagte der Abwehrspieler, der die Rheinhessen in Richtung Brighton and Hove Albion verlässt.

Auch dass sich die sonst durchaus körperlich spielenden Nigerianer von den Kroaten den Schneid abkaufen ließen, ärgerte Balogun, der in Deutschland auch schon für Hannover 96, Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf und Darmstadt 98 spielte. „Das war schon sehr physisch“, sagte der Sohn eines Nigerianers über die Spielweise der Kroaten: „Bei jedem Eckball und Freistoß hatte ich auf gut Deutsch drei Hände in der Fresse.“ In der 23. Minute musste der Innenverteidiger nach einem Ellbogenschlag sogar wegen Nasenblutens behandelt werden.

Mit derselben körperlichen Einstellung müsse sein Team nun gegen Island zu Werke gehen, forderte Balogun: „Das wird ein Fight, ein Abnutzungskampf. Und ich hoffe, dass wir dann richtig afrikanisch spielen.“ Und dann ergänzte er lachend: „Und ich hoffe, dass der Schiedsrichter das ähnlich durchgehen lässt wie der heute.“ Aufgeben wollte aber auch der 29-Jährige noch nicht. „Niemand hat gesagt, dass es einfach wird“, sagte er: „Aber es ist auch nichts unmöglich.“

Was vor allem Rohr Hoffnung machte: „Wir haben kein Gegentor aus dem Spiel heraus bekommen, von daher war es keine Frage der Taktik.“ Sowohl dem Eigentor von Oghenekaro Etebo (32.) als auch dem Foul von William Ekong am früheren Münchner Mario Mandzukic vor dem 0:2 (71.) waren Eckbälle vorausgegangen. Luka Modric von Real Madrid verwandelte den Elfmeter zum 2:0.

Allerdings hatte Rohr im Vorfeld mehrfach auf die Stärken der Kroaten bei Standards hingewiesen. „Umso ärgerlicher, dass wir zwei solche Dinger fressen“, sagte Balogun. Doch mit afrikanischer Spielweise und Mainzer Nadelstichen ist ja vielleicht noch etwas drin.

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