WM 2018 Brasilien geht als Topfavorit ins Achtelfinale

Virtuose am Ball: Zusammen mit Neymar und Gabriel Jesus bildet Chelseas Flügelstürmer Willian (Bild) die gefährliche Offensivreihe der Brasilianer.
Virtuose am Ball: Zusammen mit Neymar und Gabriel Jesus bildet Chelseas Flügelstürmer Willian (Bild) die gefährliche Offensivreihe der Brasilianer. © Foto: Foto: Patrik Stollarz/afp
Russland / Christian Kern 29.06.2018

Die Ko.-Phase der WM 2014 sorgte für kollektive Begeisterung. 35 Tore, vier Elfmeterschießen und ein legendäres Finale waren die Abschlusszahlen dieses Fußball-Festes. Nun steht die Endrunde in Russland an, und auch dieses Mal dürfen sich die Zuschauer auf große Namen, große Teams und große Spiele freuen. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Die Stimmung

Fröhlich, farbenfroh, feierwütig – die Russen haben in der Gruppenphase ihre Gastgeberqualitäten unter Beweis gestellt. Beflügelt wurde die Party von den überraschenden Erfolgen der russischen Mannschaft. Sollte die Sbornaja allerdings gleich im Achtelfinale ausscheiden, könnte die Fußball-Fete im Riesenreich ein jähes Ende finden.

Die Favoriten

Deutschland? Draußen! Argentinien? Enttäuschend! Portugal? Nicht auf Weltmeisterniveau! – nach Meinung vieler Experten haben sich bereits nach der Gruppenphase viele hoch gehandelte Namen aus dem Kreis der potenziellen Titelanwärter verabschiedet. Damit scheint der Top-Favorit gefunden: Rekord-Weltmeister Brasilien.

Die Seleção steigerte sich nach schwachem Turnierstart kontinuierlich und hat nun in Philippe Coutinho einen kongenialen Partner für Superstar Neymar gefunden. „Sie spielen mit viel Disziplin in der Defensive, Hochgeschwindigkeit in der Offensive und haben starke Leute von der Bank – das ist der Weg zum Titel“, meint Rekordnationalspieler Lothar Matthäus.

Übermütig darf das Team von Trainer Tite aber nicht werden. Denn auch Frankreich und Spanien, die Mannschaften mit dem höchsten Marktwert, haben sich souverän für die Endrunde qualifiziert und wollen bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden. Daneben dürfen sich Geheimfavorit Belgien und das englische Team um Top-Torschütze Harry Kane nach starken Leistungen in der Gruppenphase Chancen auf den großen Coup ausrechnen.

Der Überraschungskandidat

Es war die große Demonstration der Stärke. Mit 3:0 fertigte Kroatien Vize-Weltmeister Argentinien ab und setzte ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz. Überraschend kam der Erfolg jedoch nicht, denn Kroatien verfügt mit Luka Modric, Ivan Rakitic und Mario Mandzukic über herausragende Spieler und stellt für jeden Gegner eine unangenehme Aufgabe dar. „Ich bin davon überzeugt, dass wir den Titel holen können“, sagt der ehemalige Nationalcoach Miroslav Blazevic selbstbewusst.

Die Wege ins Finale

Bereits vor Beginn der K.o-Runde ist klar: Der Weg nach Moskau wird für kein Team leicht. Der Turniermodus wurde von der Fifa so konzipiert, dass sich die Top-Favoriten schon ab dem Viertelfinale gegenüberstehen. So könnte etwa Brasiliens potenzieller Weg ins Finale über Mexiko, Belgien und Frankreich gehen. Spanien kann es auf dem vermeintlichen leichteren Pfad der K.o.-Runde immerhin noch mit Kroatien und England zu tun bekommen.

Zwischenbilanz in Zahlen

24 Mal zeigten die Referees während den Vorrundenspielen auf den Punkt. Damit hat die WM in Russland, dank des Videobeweises, schon jetzt einen neuen Rekord aufgestellt. Die bisherige Bestmarke lag bei 18 Strafstößen.

25 Treffer fielen im Schnitt während der Gruppenspiele. Was wie ein Torfestival klingt, ist in Wahrheit der fünftschlechteste Schnitt der Geschichte. Immerhin gab es nur eine Nullnummer – zwischen Frankreich und  Dänemark.

9 Spieler brachten bislang das Kunststück fertig, den Ball ins eigene Tor zu bugsieren – so viele wie noch nie. Besonders viel Pech mit Eigentoren hatten die Mannschaften aus Afrika: Gleich vier Mal ließen afrikanische Akteure ihre Gegner jubeln. ck

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