Pleite gegen Senegal Lewandowskis „Alptraum“ zurück: Spott und Kritik für Polen

Robert Lewandowski (l) und seine Kollegen trotten nach der WM-Pleite gegen Senegal vom Platz. Foto: Federico Gambarini
Robert Lewandowski (l) und seine Kollegen trotten nach der WM-Pleite gegen Senegal vom Platz. Foto: Federico Gambarini © Foto: Federico Gambarini
Moskau / Von Florian Lütticke, Stefan Tabeling und Natalie Skrzypczak, dpa 20.06.2018

Die polnische Presse rechnet schon früh scharf mit Robert Lewandowski&Co. ab - und auch Bayerns Stürmerstar fällte ein schonungsloses Urteil.

Mit sorgenvoller Miene trat der Kapitän nach seiner ernüchternden WM-Premiere aus der Kabine und warnte vor der nächsten großen Enttäuschung im Nationaltrikot. „So holen wir hier keine Punkte“, sagte der 29-Jährige nach dem 1:2 gegen Senegal und fühlte sich an frühere Fehlschläge erinnert. „Der Alptraum von der Europameisterschaft ist zurück, die Situation von den Turnieren hat sich wiederholt.“

Schon bei den Kontinentalturnieren 2012 und 2016 konnte Lewandowski seine persönliche Extraklasse nicht unter Beweis stellen, blieb auch wegen der mangelnden Unterstützung seiner Teamkollegen mit nur zwei Toren aus acht Partien hinter den Erwartungen. Eigentlich sollte die WM nun zur großen Bühne werden - doch mit derartigen Auftritten wird ein angebliches Interesse von Real Madrid an ihm gewiss nicht wieder aufflammen.

„Lewandowski war in der ersten Halbzeit wohl gar nicht auf dem Feld“, urteilte beim Fernsehsender TVP Kommentator und Ex-Nationalspieler Maciej Szczesny, Vater von Torwart Wojciech Szczesny. „Die Mannschaft bewegte sich im eintönigen Tempo eines Regionalzugs auf der Strecke Pilawa-Tuszcz.“

Nach dem „fatalen Start“ (Rundfunksender „Trojka“) stehen die Polen bereits im zweiten Vorrundenduell mit den Kolumbianern, die gegen Japan mit 1:2 verloren, unter Druck. Eine weitere Niederlage und der Traum vom ersten Überstehen der WM-Vorrunde seit 1986 wäre bereits so gut wie vorbei. „Wir müssen anders spielen, viel besser“, beschwor Lewandowski sein Team für die Aufgabe am Sonntag in Kasan. Und Polens Verbandspräsident Zbigniew Boniek gab sich trotzig. „Das war nicht das letzte Abendmahl“, sagte der Ex-Profi in Sotschi. „Wir wollen noch was Gutes bei der WM erreichen und nicht nach Hause fahren bevor wir zeigen können, was wir drauf haben.“

Der dreimalige Bundesliga-Torschützenkönig kam während des kompletten Spiels auf lediglich 34 Ballkontakte, gewann nur 29 Prozent seiner Zweikämpfe. Viel zu selten wurde er von seinen Mitspielern mit Pässen in die Spitze gefunden, versuchte sich selbst die Bälle aus dem Mittelfeld zu holen.

Ein Zusammenspiel mit Co-Angreifer Arkadiusz Milik, der lange Zeit als hängende Spitze hinter Lewandowski agierte, kam kaum zustande. Nur per Freistoß zu Beginn der zweiten Halbzeit strahlte Lewandowski einmal Gefahr aus. „Die Mitte war dicht, das war sehr schwer für ihn“, urteilte Borussia Dortmunds Lukasz Piszczek über die Probleme für Lewandowski. „Sie haben sehr robust und aggressiv gespielt.“

Polens Coach Adam Nawalka sprach generell über „viele schlechte Elemente“ im Spiel seines Teams. Vor allem defensiv hatte der Trainer mehrere individuelle Fehler zu bemängeln, wie den groben Aussetzer von Grzegorz Krychowiak, dessen Rückpass auch der herausstürzende Torwart Wojciech Szczesny nicht mehr wettmachen konnte. Sein Sohn habe dabei ausgesehen, als sei er „zum Spirituosengeschäft“ unterwegs, spottete Vater Maciej Szczesny. „Die Senegalesen konnten problemlos in ein leeres Tor schießen. Es ist eine Scham und Schande.“

dpa-Twitterlisten zur WM

Crowdtangle zu WM-Themen bei Social Media

WM-Spielplan

FIFA-WM-Homepage

Infos zu WM-Teilnehmern

Infos zu WM-Tickets

Profil Mané auf der Liverpool-Homepage

Verbands-Homepage Senegal

Profil Lewandowski auf der Bayern-Homepage

Verbands-Homepage Polen

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel