Finale in Gruppe H Kolumbien braucht fürs Achtelfinale einen Sieg gegen Senegal

Die Kolumbianer wollen ins WM-Achtelfinale. Foto: He Canling/xinhua
Die Kolumbianer wollen ins WM-Achtelfinale. Foto: He Canling/xinhua © Foto: He Canling
Kasan / Von Ulrike John, dpa 27.06.2018

Auf seine Nationalhelden und Maskottchen René Higuita und Carlos Valderrama muss Kolumbien im entscheidenden Gruppenspiel gegen Senegal womöglich verzichten.

Der einstige Kult-Torhüter, Spitzname: „El Loco“ - „Der Verrückte“, hat nach eigenen Angaben diesmal keine Akkreditierung. Südamerikas früherer Fußballer des Jahres mit dem Wuschelhaar scherzte in einem gemeinsamen Interview mit Higuita: „Mir ist das Geld ausgegangen.“ Irgendwie werden es die beiden Vögel schon auf die Tribüne in Samara schaffen, wenn das Team um Bayern-Star James Rodríguez am Donnerstag (16.00 Uhr) um den Einzug ins WM-Achtelfinale kämpft.

Einig sind sich die beiden extrovertierten Lockenköpfe: Die Cafeteros müssen auch nach dem starken 3:0 gegen Polen nochmal zulegen. Denn die Auftakt-Niederlage gegen Japan hängt dem Viertelfinalisten von 2014 noch nach: Gegen Senegal reicht nur ein Sieg zum Weiterkommen.

„Kolumbien muss sich verbessern“, forderte Higuita beim Fernsehsender RT. „Ich glaube, jetzt gilt es, mehr Fußball zu spielen.“ Kunststücke, wie er sie einst selbst vollbrachte, verlangt der inzwischen 51-Jährige aber nicht von der Mannschaft von Trainer José Pekerman. Higuita erlangte Berühmtheit, als er in einem Länderspiel in England auf der Torlinie nach vorne hechtete und den Ball mit den Hacken aus der Gefahrenzone beförderte - der Skorpion-Kick.

Der frühere Mittelfeld-Stratege Valderrama, zu seiner Zeit ein hochbegabter Spielmacher und WM-Kapitän 1990, 1994 und 1998, forderte mehr Ballbesitz. „Wie René schon sagte: Kolumbien muss mehr den Ball haben. Wir haben die Mannschaft dafür und die Fähigkeiten. Ballbesitz ist die Charakteristik unseres Spiels“, betonte der 56-Jährige.

Der stets nüchterne Pekerman verkörpert so ziemlich das Gegenteil von Higuita und Valderrama und wird das Ganze ernsthafter angehen. Im Prinzip sieht er die Lage aber ähnlich. „Mental sind wir in einer guten Form, aber wir müssen weitermachen und uns verbessern“, sagte der gebürtige Argentinier nach dem Befreiungsschlag gegen die Polen um Bundesliga-Torjäger Robert Lewandowski. „Dieser Sieg kann uns stärker machen.“

Die Hoffnungen der Kolumbianer ruhen mehr denn je auf dem wiedererstarkten James und auf Radamel Falcao vom AS Monaco, der gegen Polen sein erstes WM-Tor feierte. „Er hat sich das verdient, weil er viel trainiert hat. Ich hoffe, er kann noch viel mehr Tore schießen“, meinte Rodríguez. Auch Juan Quintero von River Plate Buenos Aires und Juan Cuadrado von Juventus Turin haben sich bei den Kolumbianern in den Vordergrund gespielt.

„Senegal ist ein weiteres Finale - und so muss man es auch angehen“, sagte Falcao. Mittelfeldakteur Wilmar Barrios lobte Falcao: „Er ist ein Anführer, auf und neben dem Platz, ein Vorbild, und hoffentlich trifft er wieder. Hoffentlich macht er nun zwei Tore gegen Senegal.“

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