Lewandowski gegen James Polen und Kolumbien fürchten WM-Aus

Treffen im WM-Duell zwischen Kolumbien und Polen aufeinander: Die Bayern-Stars James Rodríguez und Robert Lewandowski. Foto: Peter Kneffel
Treffen im WM-Duell zwischen Kolumbien und Polen aufeinander: Die Bayern-Stars James Rodríguez und Robert Lewandowski. Foto: Peter Kneffel © Foto: Peter Kneffel
Kasan / Von Miriam Schmidt, Nils Bastek und Ulrike John, dpa 23.06.2018

James Rodríguez ist endlich fit, Robert Lewandowski will Wiedergutmachung: Für die beiden Superstars des FC Bayern geht es schon im zweiten WM-Spiel um alles. Im Duell der beiden Verlierer Kolumbien und Polen sind die beiden Bayern-Profis am Sonntag in Kasan gefordert.

„Diese WM gibt dir keine Zeit zum Durchatmen“, sagte Kolumbiens Coach José Pékerman. Sein Gegenüber Adam Nawalka ist von einem Sieg seines Teams überzeugt. „Wir haben nicht vergessen, wie man Fußball spielt“, sagte der Nationaltrainer Polens. Eine Niederlage würde praktisch das WM-Aus bedeuten.

Dass beide Teams schon vor dem zweiten Spiel unter Druck stehen, hat auch mit den enttäuschenden Auftritten ihrer Ausnahmekönner zu tun. Lewandowski war beim 1:2 im ersten WM-Spiel gegen Senegal praktisch nicht zu sehen, lediglich zwei Torschüsse gelangen dem Kapitän. James spielte beim 1:2 gegen Japan nur die letzte halbe Stunde, weil er noch unter einer Wadenverletzung gelitten hatte. Der 26-Jährige ist nun aber bereit für einen Startelfeinsatz. „Es geht ihm sehr gut“, sagte Pékerman. „Wir hoffen, dass er zu 100 Prozent in Topform ist.“ Der Coach kündigte „einige Wechsel“ an. Ob Polens Abwehrchef Kamil Glik nach seiner Schulterblessur zurückkehrt, ließ Nawalka offen.

Polens Piotr Zielinski sieht James „als Lokomotive des kolumbianischen Teams. Wir müssen gut vorbereitet sein, um ihn auszuschalten“, sagte er. Die Kolumbianer wiederum wollen Polens Star Lewandowski mit einer konsequenten Verteidigung aus dem Spiel nehmen. „Wir müssen ihn in Manndeckung nehmen, ihn die ganze Zeit im Auge behalten“, sagte Santiago Arias. „Wir wollen jeden einzelnen Zweikampf gewinnen.“

Pékerman musste vor dem Spiel harsche Kritik aus Kolumbien einstecken. „Ich kenne den Trainer, er hat die Mannschaft sehr schlecht aufgestellt, und das schadet sehr“, sagte der frühere Auswahl-Kapitän Freddy Rincón in einem Interview der Sportzeitung „Marca“. „Er hatte neue Spieler auf verschiedenen Positionen. Das ist eine Auswahl, die so viele Wechsel nicht gewohnt ist, und das merkte man ihr an.“ Dies sei ein „Fehler des Trainers“ gewesen.

Wie auch bei den Kolumbianern dämpfte auch bei den Polen das 1:2 zum WM-Start die Stimmung. Vor allem der schwache Auftritt des Teams und die Leistung von Lewandowski irritierten und überraschten die Polen. Der Kapitän, Anführer und Rekordtorschütze war kaum zu sehen - und wurde dafür wie der Rest des Teams deutlich kritisiert. „Wir versuchen, die Kritik auszublenden“, sagte Mittelfeldspieler Grzegorz Krychowiak und ergänzte trotzig: „Wir sind ein sehr gutes Team.“

Das wird die Mannschaft von Nationaltrainer Adam Nawalka nun aber auch zeigen müssen. Allen voran Lewandowski. Der 29-Jährige ist der zentrale Spieler der Polen. Spielt der Bayern-Stürmer schlecht, wirkt sich das meistens auf die gesamte Mannschaft aus. „Die beste Möglichkeit, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen, besteht darin, dass er gegen Kolumbien sein bestmögliches Spiel und ein Tor macht“, sagte Krychowiak.

Ein Scheitern in der Gruppenphase wäre für die Polen wie für die Kolumbianer ein klarer Rückschlag. Das Erreichen der K.o.-Runde ist für beide eigentlich das Mindestziel. Dafür brauchen sie einen Sieg in Kasan. Und ihre Superstars James und Lewandowski in Topform.

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