Traum vom WM-Achtelfinale Irans Coach Queiroz: Ein Portugiese muss Ronaldo wehtun

Irans Trainer Carlos Queiroz hofft auf eine Überraschung gegen Portugal. Foto: Saeid Zareian
Irans Trainer Carlos Queiroz hofft auf eine Überraschung gegen Portugal. Foto: Saeid Zareian © Foto: Saeid Zareian
Moskau / Von Florian Lütticke und Farshid Motahari, dpa 24.06.2018

Vor acht Jahren coachte Carlos Queiroz noch Cristiano Ronaldo&Co. an der WM-Seitenlinie - nun muss der Portugiese seinem Heimatland wehtun.

Beim Vorrunden-Showdown in Russland geht es für den 65-Jährigen am Montag in Saransk als iranischer Nationaltrainer ausgerechnet im brisanten Duell mit seinem früheren Team um alles. „Fernando kommt mit sehr starken Tieren, die sehr stark zubeißen können“, warnt der ehemalige portugiesische Auswahlcoach vor dem Team seines Trainerkollegen Fernando Santos. Nur mit mannschaftlicher Geschlossenheit habe seine Mannschaft eine Chance gegen den großen Favoriten.

Dass diese Rechnung aufgeht, ist aber unwahrscheinlich: Der Iran braucht einen Sieg für den historischen ersten Einzug ins Achtelfinale seiner WM-Geschichte. Damit beide Teams weiterkommen, müsste Spanien gegen Marokko ausrutschen. „Meinen Traum und den Traum des ganzen Landes trage ich schon lange auf meinen Schultern“, sagt Queiroz am Wochenende pathetisch.

Im Technologiepark vor den Toren Moskaus weht das Getröte aus den Sheypoors, dem vuvuzela-ähnlichen iranischen Fan-Utensil, über den Trainingsplatz. Selbst hinter dem blickdichten Zaun bejubeln mehrere Dutzend Anhänger ihr Team nahe der russischen Hauptstadt - in Teheran war die Begeisterung schon nach dem 1:0 zum Auftakt gegen Marokko grenzenlos. „Wir wissen, dass wir morgen für unsere Träume kämpfen, wir sind voller Hoffnung und Engagement“, sagt Queiroz am Sonntag in Saransk.

Ein Großteil des Erfolgs wird Queiroz zugeschrieben, der seit 2011 das so genannte Team Melli trainiert und damit die zweitlängste Amtszeit aller WM-Coaches hinter Joachim Löw aufweist. „Jeden Tag lernen wir etwas von ihm, er ist ein fantastischer Trainer“, schwärmt Offensivspieler Karim Ansarifard - und sieht Queiroz als womöglich entscheidenden Faktor gegen Portugal: „Er ist dort geboren, er hat dort gearbeitet, er kennt das Team besser als jeder andere.“

Es ist erst das 20. Mal bei einer WM-Endrunde, dass ein Trainer auf sein Geburtsland trifft. Lediglich fünf Siege konnten die Gastarbeiter dabei feiern - zuletzt unterlag Jürgen Klinsmann mit den USA vor vier Jahren dem DFB-Team mit 0:1. „In dieses dritte Gruppenspiel zu gehen, mit drei Punkten und der Chance weiter zu kommen, ist ein historisches Ereignis für Iran und seine Spieler“, sagt Queiroz voller Vorfreude. Zweimal war er Nationaltrainer seiner Heimat, das letzte Engagement endete 2010 mit dem Achtelfinal-Aus bei der WM. Diese Runde ist nun das Sehnsuchtsziel.

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