1:0 gegen Peru Glanzlos, aber erfolgreich - Frankreichs Trainer zufrieden

Die Spieler der französischen Nationalmannschaft feiern im Jekaterinburg-Stadion den Sieg über Peru. Foto: Marius Becker
Die Spieler der französischen Nationalmannschaft feiern im Jekaterinburg-Stadion den Sieg über Peru. Foto: Marius Becker © Foto: Marius Becker
Jekaterinburg / DPA 22.06.2018

Um kurz vor Mitternacht Ortszeit brauste der französische Teambus samt Polizeieskorte aus Jekaterinburg. Der Trip bis tief in den Ural hatte sich für Mitfavorit Frankreich gelohnt. Pflicht erfüllt, das Achtelfinale schon vor dem letzten Gruppenspiel erreicht.

Da wollte Trainer Didier Deschamps Kritik am erneut glanzlosen Auftritt der Franzosen beim 1:0 (1:0) gegen Peru durch ein historisches Tor von Jungstar Kylian Mbappé nicht gelten lassen. „Wer 5:0-Siege sehen will, darf nicht zur WM kommen. Ich habe Spanien gegen Iran gesehen und Spanien hat in den letzten zehn Minuten verteidigt“, sagte der Weltmeister von 1998.

Die Situation sei für viele Teams nicht klar, da sei es ein Privileg schon nach zwei Spielen das Weiterkommen geschafft zu haben. „Das ist bei anderen Mannschaften nicht der Fall“, ergänzte Deschamps und dürfte Schwergewichte wie Deutschland und Argentinien gemeint haben. Zurücklehnen werde sich seine Mannschaft aber nicht. „Ziel ist der Gruppensieg. Wer unser nächster Gegner sein könnte, interessiert mich nicht“, betonte Deschamps. „Aber erst einmal werden wir den Sieg genießen.“

Genießen durfte den Erfolg vor allem Torschütze Mbappé, der bei seinem Tor zum jüngsten Torschützen in Frankreichs langer WM-Geschichte aufgestiegen ist. Mbappé ist vielleicht das größte Versprechen, das der französische Fußball seit langer Zeit zu bieten hat. 19 Jahre und 183 Tage war der 180-Millionen-Mann von Paris Saint-Germain am Donnerstag bei seinem Tor in der 34. Minute alt, womit er den Rekord von David Trezeguet aus dem Jahr 1998 (20 Jahre und 246 Tage) übertraf.

„Kylian hat ein super Spiel gemacht. Er hat offensiv und defensiv gearbeitet“, lobte Torhüter und Kapitän Hugo Lloris, der ebenfalls eine persönliche Marke aufstellte, stand er doch zum 100. Mal zwischen den Pfosten der Equipe Tricolore.

Dass sich Frankreich noch steigern muss, war aber Trainer wie Mannschaft bewusst. „Wir haben in der zweiten Hälfte gelitten“, räumte der Coach ein. Deschamps hat aber die Kompaktheit seiner Mannschaft gefallen. Ein Fortschritt, nachdem der Vize-Europameister beim 2:1 gegen Australien noch viele Lücken offenbarte.

Das neue 4-2-3-1-System ist womöglich nun die Variante für das Turnier. Damit wäre der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé erst einmal außen vor, zumal Olivier Giroud seine Sache im Sturmzentrum laut Deschamps hervorragend gemacht habe: „Giroud ist unser bester Torschütze. Wenn er nicht auf dem Spielfeld ist, sehen wir oft, wie wichtig er ist.“

Peru ist dagegen beim ersten WM-Abenteuer nach 36 Jahren bereits ausgeschieden. Coach Ricardo Gareca sprach bei allem Frust über das Aus von einer lehrreichen Erfahrung.

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