Fußball Die Fünferkette: Ein neuer Ball fürs WM-Achtelfinale

Ulm / Tobias Knaack 29.06.2018
Zum Start des Achtelfinales bei der Fußball-WM gibt’s neue Bälle. Von Adidas natürlich. Mit roten Flecken.

32-60-90. Zahlen, die die Welt bedeuten. Und nein, um Sexismus-Vorwürfen entgegenzutreten: Es gibt zur WM in Russland keinen Schönheitstrend für Spielerfrauen, sich die Hüfte auf 32 Zentimeter abschmirgeln zu lassen. Nein, 32 Flächen, 60 Ecken, 90 Kanten, das ist ein Ikosaederstumpf – Fußballkörper genannt. Und auch hier ein Einschub: Fußballkörper ist kein Synonym für Cristiano Ronaldo.

Ikosaeder ist ein Begriff aus der Physik und beschreibt den Aufbau des „Runden“, das laut Weltmeister-Trainer und Hobby-Philosoph Sepp Herberger ins Eckige muss. Seit 1970 stellt Adidas, ein Familienbetrieb aus dem Fränkischen, exklusiv die Bälle für große Turniere her: 12 Fünfecke, 20 Sechsecke, abgestumpfte Ecken, fertig. Keiner kann das besser als Adidas – finden zumindest die Verbände FIFA und UEFA. Seit bald 50 Jahren.

Ein Schelm ist natürlich, wer da einen Eingriff in die freie Marktwirtschaft wittert. Adidas jedenfalls produziert fleißig Bälle – wie den „Brazuca“ (2014), den „Teamgeist“ (2006) oder 2018 den „Telstar“. Und vor dem Achtelfinale den „Telstar Mechta“. Ja, vor der am Samstag beginnenden K.O.-Phase gibt es erstmals einen neuen Ball. Also, nicht direkt neu, aber röter. Der bisherige hatte schwarze Flecken. Das Rot stehe für Gastgeber Russland und symbolisiere „die heiße Phase“ des Turniers, sagt Adidas.

Die Telstar-­Bälle von 2018 sind übrigens eine Reminiszenz an die 1970er. Denn mit dem Telstar wurde bereits bei der WM ’70 gespielt. Und ’74 auch. Ach, und bei den EM-Endrunden ’72 und ’76 auch. Der Telstar 2018 kommt jetzt aber in zwei Auflagen raus. Einer kostet übrigens 150 Euro – noch so eine Zahl, die die Welt bedeutet. Vor allem für Adidas.

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