Gastronomie WM-Aus: Ulmer Betriebe fürchten finanzielle Verluste

Nach dem WM-Aus gibt es kaum noch Interesse an Public Viewing.
Nach dem WM-Aus gibt es kaum noch Interesse an Public Viewing. © Foto: Ulrich Perrey (dpa)
Ulm / Susanne Klöpfer/ Christoph Knauthe 29.06.2018
Viele Geschäfte und Gaststätten in Ulm verdienen an der Fußball-WM. Einige sind vom frühen deutschen Ausscheiden beunruhigt.

Für die meisten Deutschen ist das Ausscheiden der Nationalmannschaft in der Gruppenphase der Fußball-WM schon schlimm genug. Doch einige Betreiber von Sportgeschäften, die Trikots verkaufen, oder Gaststätten, in denen die Spiele live übertragen wurden, fürchten zudem finanzielle Auswirkungen.

Die Betroffenen

Im Sportgeschäft „Sport Klamser“ werden unter Anderem Fußballtrikots verkauft. Damit diese jetzt noch einen Abnehmer finden, wird wohl eine deutliche Preissenkung nötig, meint Inhaber Michael Klamser. Wenigstens Deutschland-Fanartikel, die nicht von der aktuellen Weltmeisterschaft gebrandmarkt sind, könnten eingelagert und zur Europameisterschaft in zwei Jahren wieder angeboten werden.

Im Ulmer Ratskeller wurden die Deutschlandspiele live auf einer Leinwand gezeigt. Nach dem Ausscheiden befürchten die Betreiber finanzielle Verluste aufgrund sinkender Besucherzahlen.

Nicht überall ist man pessimistisch

Die Betreiber der Vorglühbar zeigen sich sportlich. Es gehe schließlich nicht nur um Kommerz, sondern um Überzeugung und Liebe zum Fußball. Auch die übrigen WM-Spiele werden dort gezeigt, obwohl mit sinkenden Einnahmen gerechnet wird.

Im Biergarten „Schlössle“ sind die erwarteten Verluste laut Mitinhaberin Christa Zoller überschaubar. Dank schwäbischer Sparsamkeit hätten sich die Ausgaben für die Technik zur Fußballübertragung gering halten lassen. Für die nötigen Lizenzen seien lediglich wenige hundert Euro fällig geworden. Die Halbfinalspiele und das Endspiel werden dort trotzdem noch gezeigt.

Im „Barfüßer“ ist man noch hoffnungsvoll, mit der Übertragung aller kommenden Spiele auf großen Leinwänden weiterhin Fußballbegeisterte anziehen zu können.

In der „L’Osteria“ kann man sich sogar positive Auswirkungen der Niederlage vorstellen. Da die Menschen jetzt wieder mehr Zeit hätten, könnten sie auch wieder vermehrt dort essen gehen, ist die Argumentation. Auf einer kleinen Leinwand sind die WM-Spiele weiterhin zu sehen. Die seien aber nur ein Bonus.

Was ist mit der Leinwand auf dem Münsterplatz?

In Ulm war der Münsterplatz während der Weltmeisterschaft bisher der Hotspot für Public Viewing. Bleibt das auch nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft so? Die große Leindwand bleibt noch auf jeden Fall bis zum Ende des Landesposaunentages am Wochenende stehen, versichert Ordnungsamts-Chef Rainer Türke. Der Gemeinderat habe dem Veranstalter zudem genehmigt, auch Halbfinale und Finale zu übertragen. Es ist jedoch fraglich, ob dieser davon Gebrauch machen wird.

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