Zu emotional gejubelt DFB-Team entschuldigt sich für Jubel vor Schweden-Bank

Schwedens Trainer Janne Andersson (M) gratuliert Bundestrainer Joachim Löw (l) zum Sieg, nachdem sein Ärger verraucht ist. Foto: Andreas Gebert
Schwedens Trainer Janne Andersson (M) gratuliert Bundestrainer Joachim Löw (l) zum Sieg, nachdem sein Ärger verraucht ist. Foto: Andreas Gebert © Foto: Andreas Gebert
Sotschi / DPA 24.06.2018

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat sich für einige Jubelgesten nach dem 2:1 gegen Schweden in Richtung des Kontrahenten entschuldigt.

„Es war ein emotionales Spiel. Am Ende war die eine oder andere Reaktion oder Geste unseres Betreuerstabes in Richtung der schwedischen Bank zu emotional“, übermittelte „die Mannschaft“ über die sozialen Netzwerke. „Das entspricht nicht unserer Art. Dafür haben wir uns beim schwedischen Trainer und seinem Team entschuldigt.“

Schwedens Coach Janne Andersson hatte nach der Last-Minute-Niederlage gegen Deutschland das Verhalten vor allem von DFB-Büroleiter Georg Behlau und Uli Voigt aus der Medienabteilung kritisiert. „Einige der Deutschen fingen an zu feiern, in dem sie in unsere Richtung liefen. Sie fingen an, Gesten zu machen, das hat mich sehr verärgert“, sagte Andersson nach dem 2:1-Sieg des Weltmeisters. Nach dem Schlusspfiff standen sich einige Schweden und Deutsche auf dem Platz Gesicht an Gesicht gegenüber, es gab ein paar Schubsereien.

Der Fußball-Weltverband hat Ermittlungen wegen der Vorfälle gegen zwei Mitglieder der WM-Delegation des Deutschen Fußball-Bundes aufgenommen. Wie die FIFA mitteilte richten sie sich gegen DFB-Büroleiter Georg Behlau und Ulrich Voigt aus der Medienabteilung.

„Das darf mir natürlich nicht passieren. Es ist Fußball, es kam aus der Emotion heraus. Trotzdem darf mir das nicht passieren“, sagte Voigt der „Bild“-Zeitung. Er habe sich beim schwedischen Trainer und der Mannschaft entschuldigt. „Ich bin froh, dass die Schweden die Entschuldigung auch gleich angenommen haben“, sagte Voigt. Behlau wurde von der „Bild“ mit den Worten zitiert, dass er „relativ schnell bemerkt“ habe, „dass ich da zu weit gegangen bin. Das ist auch sonst überhaupt nicht meine Art. Aber es war in der 95. Minute ein unglaublich emotionaler Moment. Da hatte ich mich dann für einen kurzen Moment nicht mehr im Griff.“

Für Bundestrainer Joachim Löw war das große Nachspiel auf dem Rasen kein Thema. „Ich hatte da anderes zu tun“, sagte der Bundestrainer, der nach dem Treffer wie seine Spieler euphorisch gejubelt hatte.

„Nach dem Schlusspfiff schüttelt man sich die Hände und benimmt sich nicht so“, kritisierte Andersson. Einige auf der deutschen Bank hätten sich „in einer Art und Weise verhalten, die nicht korrekt war, man lässt den Gegner auch in Ruhe trauern“, betonte der schwedische Trainer. Toni Kroos hatte mit einem Freistoß in der fünften Minute der Nachspielzeit den Siegtreffer für die DFB-Elf erzielt.

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