WM 2018 am Arbeitsplatz Darf ich im Büro Fußball schauen?

Die Fußball-WM im TV zu sehen ist auf der Arbeit nicht erlaubt. Dafür sollte man sich eine Genehmigung beim Chef einholen.
Die Fußball-WM im TV zu sehen ist auf der Arbeit nicht erlaubt. Dafür sollte man sich eine Genehmigung beim Chef einholen. © Foto: Rolf Vennenbernd
Deutschland / swp/dpa 14.06.2018

Gegen Südkorea spielt Deutschland bei der Fußball-WM 2018 um 16 Uhr, an einem Werktag. Für viele Berufstätige ist der Nachmittag noch Teil der Arbeitszeit.

Darf der Arbeitnehmer das Fußballspiel im Büro anschauen, oder wenigstens im Radio mithören? Wir klären auf.

Fußball-WM im TV gucken ist nicht erlaubt

Auch wenn es dem Fan-Herz wehtut: nein. Erlaubt ist das nur, wenn der Arbeitgeber es ausdrücklich gestattet, sagt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. „Ich habe ja einen Arbeitsvertrag unterschrieben - und der verpflichtet mich, auch zu arbeiten.“ Fußball zu schauen, würde davon zu sehr ablenken - auch wenn es nur ein Live-Stream in einem kleinen Fenster auf dem Display ist.

Fußball-WM im Radio hören nicht erlaubt

Gleiches gilt für Radio-Übertragungen. Und zwar selbst dann, wenn Arbeitnehmer im Job sonst Radio hören dürfen. „Solche Duldungen beziehen sich ja meistens auf Musik, manche können dabei ja wirklich besser arbeiten“, sagt Markowski. „Eine Live-Übertragung ist aber was anderes, dabei kann sich eigentlich niemand mehr auf die Arbeit konzentrieren.“

Live-Ticker in Textform ist erlaubt

Ein möglicher Ausweg ist der Fußball-WM in der Form eines Live-Tickers in Textform: Ist das private Surfen auf der Arbeit sonst erlaubt, spricht vermutlich nichts gegen den gelegentlichen Klick auf „Aktualisieren“ - wenn es die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt.

WM-Erlaubnis vom Chef

Und natürlich kann das WM-Gucken auch ausdrücklich erlaubt sein, per Rundmail vom Chef etwa. Manche Arbeitgeber stellen für die großen Spiele vielleicht sogar einen Fernseher oder einen Beamer auf. Dann können sie allerdings auch verlangen, dass Mitarbeiter die 90 Minuten nacharbeiten oder dafür zum Beispiel Guthaben vom Arbeitszeitkonto verbrauchen. «Das ist dann auch ein Fall für den Betriebsrat», sagt Markowski. «Im Idealfall kann der sogar auf den Arbeitgeber zugehen und so eine Regelung vorschlagen.»

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel