Ulm / Carsten Muth Ein „Querpass“ von Sportchef Carsten Muth über starke Frauen – wie die norwegische Fußballerin Ada Hegerberg und ihren Kampf für die Gleichberechtigung.

Man stelle sich vor: Der Argentinier Lionel Messi will nicht mehr für sein Land antreten, kündigt an, auf die nächste Fußball-WM zu verzichten – weil er sich und seine Kollegen nicht genügend gewürdigt sieht. Klingt absurd, finden Sie? Ist es auch. Nicht so im Frauenfußball. Dort sorgt Ada Hegerberg für Aufsehen, die beste Stürmerin der Welt. Bei der Weltmeisterschaft im Sommer in Frankreich ist die 23-jährige Norwegerin nicht dabei. Die Weltfußballerin des Jahres 2018 verzichtet auf das große Turnier, weil sie ein Zeichen setzen möchte, es ihr um Respekt für den Frauenfußball in ihrem Land geht, wie sie betont.

Es gibt noch viel zu tun

Der norwegische Fußballverband hat auf die Kritik reagiert, will Frauen und Männer nun gleich bezahlen. Doch das ist Hegerberg zu wenig. Ihr geht es um professionellere Strukturen, um gleiche Aufstiegs- und Fördermöglichkeiten. „Fußball ist der beliebteste Sport in Norwegen für Mädchen und Jungen, aber gleichzeitig haben Mädchen nicht die gleichen Chancen wie die Jungen“, sagt sie.

Man mag hinzufügen, dass das nicht nur für den Fußball und Norwegen gilt. Auch hierzulande gibt es in Sachen Gleichberechtigung noch jede Menge zu tun, nicht nur im Sport. Es braucht Menschen wie Ada Hegerberg, die darauf aufmerksam machen. Auch wenn der Preis, den sie fürs Haltung zeigen bezahlt, hoch ist.

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