Nach dem DFB-Auftakt WM-Novum: Es „müllert“ nicht - Führungsspieler gefordert

Im Spiel gegen Mexiko konnte Thomas Müller noch nicht treffen. Müllert es nun am Samstag gegen Schweden? Foto: Federico Gambarini
Im Spiel gegen Mexiko konnte Thomas Müller noch nicht treffen. Müllert es nun am Samstag gegen Schweden? Foto: Federico Gambarini © Foto: Federico Gambarini
Sotschi / Von Christian Kunz und Jens Mende, dpa 19.06.2018

Was ist bloß mit Thomas Müller los? Statt wie bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 mit einem explosiven Start gleich zu den Topstars des Turniers zu avancieren, hängt der WM-Spezialist durch.

„Wir müssen trotzdem mit breiter Brust in die kommenden zwei Spiele gehen und zeigen, wer wir sind“, sagte der erfolgreichste aller aktiven WM-Torjäger zwischen dem enttäuschenden WM-Start gegen Mexiko und der nächsten Partie gegen Schweden. Negative Gedanken wischte er kurzerhand beiseite: „Wenn wir so denken würden, könnten wir alle gleich nach Hause fahren.“

Fünf Tore in Südafrika 2010, fünf Tore auf dem Weg zum Triumph in Brasilien - mit insgesamt zehn Treffern wären in der von Miroslav Klose (16 Tore) angeführten Bestenliste eigentlich Pelé (12), Just Fontaine (13) und Gerd Müller (14) in Reichweite. Doch anstatt Fragen über Rekorde zu beantworten, muss die Münchner Führungskraft die Schaffenskrise im der Vier-Sterne-Mannschaft erklären. Und seine eigene.

„Alle übernehmen eine Verantwortung, die Führungsspieler aber noch mehr“, sagte Kapitän und Clubkollege Manuel Neuer. Der 32-Jährige nahm die Weltmeisterriege um sich und Müller vier Tage vor dem Spiel gegen Schweden am Samstag in Sotschi besonders in die Pflicht.

Phantomauftritte von Müller gibt es immer wieder. Doch der Instinktfußballer ist wie fast kein Zweiter in der Lage, aus dem Nichts heraus zu treffen. Die überraschenden Laufwege und die oft profanen Tore machen aus seinen Mannschaften plötzlich Sieger. Deshalb ist der vom früheren Bayern-Trainer Louis van Gaal zum „Müller-spielt-immer“ gekürte Profi aus der Startelf in Club und Nationalteam eigentlich nicht wegzudenken. Eigentlich.

Nach dem 0:1 gegen die Lateinamerikaner muss Joachim Löw über personelle Umstellungen nachdenken, die auch Müller betreffen könnten. Ihn aus der Anfangsformation zu nehmen, ist zwar nicht die erste Option für Löw. Doch nachdem das 92. Länderspiel vielleicht Müllers schlechtestes war, ist diese überraschende Maßnahme gegen die Skandinavier nicht ausgeschlossen.

Gegen die Lateinamerikaner war nichts vom WM-Müller zu sehen. Seine nur 69 Ballkontakte endeten zu oft in den Füßen des Gegners. Die viel gerühmten Schleich- und Laufwege waren auch nicht vom Erfolg gekrönt. „Ich versuche, mich in Position zu bringen, den Abschluss zu suchen oder Tore vorzubereiten. Aber ein Spiel ist eben kein Wunschkonzert“, sagte der (noch) verhinderte Turniertorjäger.

Die hyperaktiven Vorstöße des nominellen Rechtsverteidigers Joshua Kimmich nahmen zusätzlich Platz für Entfaltungsmöglichkeiten auf der rechten Seite. Viel schlimmer noch: Sie luden vor allem auf der Kimmich-Müller-Seite zu Kontern ein. „Wir haben die letzten zwei Wochen aber nicht faul rumgelegen, sondern haben versucht, daran zu arbeiten“, sagte der 28-jährige Müller.

Im Trainingslager und in Watutinki schuftete Müller verbissen für die richtige Turnierverfassung - bislang ohne den durchschlagenden Erfolg. „Es liegt nicht daran, dass wir nicht wollen, sondern dass wir die falschen Dinge zur falschen Zeit machen“, sagte Müller. Dafür steht er zum WM-Auftakt exemplarisch.

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