WM 2018 Vom Roller zu 350.000 Euro - die WM-Prämien

Moskau / Susanne Klöpfer/sid/dpa 11.06.2018
54, 74, 90, 2014 und 2018? Ein Weltmeister = Geldprämie. Was die FIFA, der DFB und andere Länder den Fußballern zahlen.

Ein Weltmeister-Titel bedeutet für die Spieler auch immer: Sieg-Prämien, also Geld. Bei der WM in Russland würde jeder Spieler der deutschen Nationalmannschaft vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) alleine für den Titelgewinn 350.000 Euro Prämie bekommen.

Aber auch schon während des Turniers erhalten die Nationalmannschaften Geld-Prämien von der Fédération Internationale de Football Association (FIFA) und ihrem eigenen Verband.

Bei der Weltmeisterschaft '54 gab es noch einen Roller und '74 einen VW-Käfer für den WM-Pokal vom DFB.

WM 2018: FIFA verteilt 344 Millionen Euro

Im Vergleich zur WM 2014 in Brasilien schüttet der Weltverband FIFA rund zwölf Prozent mehr an die teilnehmenden Nationen aus, das sind umgerechnet etwa 344 Millionen Euro.

Schon für die Vorbereitung auf die Endrunde erhalten alle Teams jeweils 1,28 Millionen Euro. Die Teilnahme an der Gruppenphase ist mit garantierten 6,8 Millionen Euro dotiert. Wer es ins WM-Achtelfinale schafft, darf sich insgesamt über 7,6 Millionen Euro freuen.

Richtig groß werden die Sprünge danach, wenn es unter die Top Acht geht. Jede Nation, die im Viertelfinale die Segeln streichen muss, kann sich mit 11,9 Millionen Euro trösten. Die unterlegenen Halbfinalisten erhalten 18,95 Millionen Euro und der Vize-Weltmeister 23,8 Millionen Euro. Neben dem Weltmeistertitel bekommt das Sieger-Team noch eine Prämie von 32,3 Millionen Euro.

WM Prämien für die deutsche Nationalmannschaft

350.000 Euro würden die deutschen Spieler jeweils für eine erfolgreiche Titelverteidigung erhalten, das sind 50.000 Euro mehr als beim WM-Triumph vier Jahre zuvor in Brasilien. 11,2 Millionen Euro verschlang insgesamt das Unternehmen vierter Stern. Die Erhöhung hält der DFB-Präsident Reinhard Grindel für logisch: "In Russland wäre es ein Titel für die Ewigkeit und deshalb eine besondere Prämie wert."

Für die Vorrunde und die Achtelfinale-Qualifikation werden keine Prämien ausgezahlt. Erst bei Erreichen des Viertelfinales bekommt jeder Spieler 75.000 Euro, für den Halbfinaleinzug 125.000 Euro, für den 3. Platz 150.000 Euro und 200.000 Euro für die Endspielteilnahme in Moskau am 15. Juli 2018. "Es ist aber bei der Mannschaft zu spüren, dass für sie diese sportliche Herausforderung im Mittelpunkt steht und nicht wirtschaftliche Aspekte", versicherte Grindel.

WM Prämien in anderen Ländern

Höher ist die Geldprämie für die Spieler von Spanien: Der Spielerrat um Kapitän Sergio Ramos handelte mit Sportdirektor Fernando Hierro eine Prämie von 800.000 Euro im Falle des WM-Triumphs aus. Bei ihrem ersten Titel 2010 in Südafrika hatten die Spanier 600.000 Euro erhalten. In Brasilien (2014) wären es 720.000 Euro gewesen, die Mannschaft scheiterte jedoch in der Vorrunde.

Brasilien: Keine zusätzlichen Prämien

Die Stars vom Rekord-Weltmeister Brasilien kassieren nur richtig ab, wenn sie zum sechsten Mal den Worldcup gewinnen. Der Verband zahlt Spielern sowie Trainer- und Betreuerstab je nach Funktion zunächst nur eine Basisprämie für die Teilnahme, aber keine extra Prämien für die verschiedenen Spielrunden. Nur das Finale brächte eine Zulage, die mit dem Titelgewinn dann noch einmal kräftig aufgestockt werden könnte.

"Das Team erreicht das Halbfinale, verliert dort und bekommt dennoch eine Prämie dafür, das ist nicht in unserem Sinne", sagte Selecao-Manager Edu Gaspar. Die Höhe der auszuzahlenden Summen werden geheim gehalten. Vor vier Jahren bei der WM im eigenen Land hätte jeder Spieler beim Titelgewinn rund 370.000 Euro eingestrichen.

Nigeria - 2014 gab’s vier Millionen in bar

Die Prämien-Frage ist auch bei Nigeria diesmal frühzeitig geklärt. "Diesmal haben wir im Vorfeld sichergestellt, dass es da zu keinen Problemen kommt", sagte der Trainer Gernot Rohr. In Brasilien hatte es im Lager heftige Dissonanzen über die Prämienzahlungen gegeben. Das endete in einem Trainingsstreik der Spieler vor dem Achtelfinale gegen Frankreich (0:2). Der nigerianische Sportminister musste letztendlich nach Brasilien fliegen und vier Millionen Dollar in bar unter den Spielern verteilen.

DFB WM-Prämien: '54, '74, '90, 2014 & 2018

Für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland sind vom DFB eine Sieg-Prämie von 350.000 Euro pro Spieler ausgesetzt.

Zum Verglich: Die ersten deutschen Weltmeister haben 1954 eine Prämie von 2500 Mark (1280 Euro) bekommen. Dazu gab es für das Team nach dem Wunder von Bern einen Fernseher, einen Lederkoffer und einen Motorroller.

Für den WM-Sieg 1974 erhielten Franz Beckenbauer und Kollegen eine Prämie von 35.900 Euro und einen VW-Käfer.

Bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land 2006 hatte der DFB eine Weltmeisterschaftsprämie von 300.000 Euro festgelegt.

Zum Vergleich die Frauen EM 2017: Für den sechsten Europameisterschafts-Sieg in Folge bekamen die Spielerinnen der deutschen Nationalmannschaft jeweils 37.500 Euro. Berühmt ist auch die Kaffee-Service-Prämie die das Team um Silvia Neid 1989 für den ersten deutschen EM-Titel in Osnabrück bekam.

Der Anstieg der deutschen WM-Prämien:

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