Kommentar Nationalmannschaft: Nebelkerze Petersen

Nils Petersen darf nicht mit zur WM.
Nils Petersen darf nicht mit zur WM. © Foto: Foto. Marc Hörger
Ulm / Armin Grasmuck 04.06.2018

Der Bundestrainer hat auch der Auswahl seiner 23 WM-Fahrer die überraschende Note verpasst. Er strich Leroy Sané, den talentierten Angreifer des englischen Meisters Manchester City, der gerade erst als bester Jungprofi der Premier League ausgezeichnet worden war.

Joachim Löw bleibt seiner ­Linie treu. Er setzt ausschließlich auf Spieler, die ihren Blick auf das Wesentliche gelenkt haben, sich mit Haut und Haaren der Mannschaft wie der WM widmen und während des ­Turniers leidenschaftlich zum großen Ganzen beitragen.

Stichwort Haare. Es mag ­kurios klingen, doch vielleicht lieferte Sané, der mit einem wild baumelnden Lockengeflecht ins Trainingslager gereist war, auch über seine neue Frisur letztlich die falschen Argumente. Aus sportlicher Sicht muss sich der pfeilschnelle Außenstürmer vorwerfen lassen, dass er speziell in den jüngsten Testspielen weit unter seinen Möglichkeiten blieb, mitunter sogar lustlos zu agieren schien.

Schwerer nachzuvollziehen sind die Gedanken, die den Bundestrainer dazu bewogen haben, Nils Petersen überraschend und auf den letzten Drücker in das vorläufige Aufgebot zu berufen, um ihn schließlich sofort wieder zu streichen. Von ihm verspreche er sich einiges, so hatte Löw argumentiert. Torjäger, ­Super-Joker, Sympathieträger. Am Ende hat Petersen nur die Rolle der Nebelkerze spielen dürfen. Übersteigertes Selbstbewusstsein oder der Haarschnitt spielten bei ihm keine Rolle.

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