Nationalmannschaft Bundestrainer Löw räumt Fehler ein – Neustart ohne Khedira

München / DPA 30.08.2018
Das Thema Mesut Özil, das schlechte Abschneiden bei der WM in Russland und die Pläne für den Neuanfang: Das waren die Themen der Pressekonferenz mit Joachim Löw.

Seit dem Tag nach dem historischen WM-Vorrunden-Aus hatte sich Joachim Löw nicht mehr geäußert, nun analysierte der Bundestrainer gemeinsam mit Manager Oliver Bierhoff das WM-Debakel und benannte seinen Kader für die Spiele gegen Frankreich (6. September) und Peru (9. September).

Die Sportliche Leitung der Nationalmannschaft hat vor und während der Fußball-WM in Russland das Thema Mesut Özil „absolut unterschätzt“. Das räumte Bundestrainer Joachim Löw in München ein.

Hier die Pressekonferenz im Liveblog:

„Wir dachten, dass wir das Thema aus der Welt schaffen mit dem Treffen beim Bundespräsidenten. Mein einziger wichtiger Gedanke war, uns richtig auf die WM vorzubereiten“, sagte der 58-Jährige zu den Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. „Dieses Thema hat Kraft gekostet, dieses Thema war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war“, ergänzte Löw. Es sei aber nicht der Grund für das vorzeitige WM-Aus in Russland gewesen.

Die Art und Weise des Rücktritts von Özil kann der Bundestrainer nicht nachvollziehen. „Mit seinem Vorwurf über Rassismus hat Mesut ganz einfach auch überzogen. Es gab nie in der Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus, keinen Ansatz von rassistischen Äußerungen“, betonte Löw. Özil hatte unter anderem dem DFB-Präsidenten Reinhard Grindel Rassismus vorgeworfen. „Dass dieser Rücktritt so vollzogen wurde, schmerzt uns alle, ihn ja auch“, bemerkte Manager Oliver Bierhoff.

Kritik an DFB-Team

Bierhoff äußerte aber auch harsche Kritik am Auftritt des DFB-Teams bei der Fußball-WM in Russland. „Uns hat die richtige Einstellung gefehlt. Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten“, sagte Bierhoff. Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei, ergänzte er.

Thomas Schneider wird nach dem WM-Debakel nicht mehr als Co-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft fungieren. Wie Löw erklärte, soll Schneider zukünftig die Leitung der Scouting-Abteilung des DFB übernehmen.

Demnach wird der Trainerstab zukünftig neben Löw aus Assistent Marcus Sorg und Torwarttrainer Andreas Köpke bestehen. „Wir wollten ganz bewusst einen Fachmann im Scouting-Team haben, was die Gegneranalyse betrifft. Urs Siegenthaler wird selbstverständlich weiter in diesem Bereich zuständig sein“, so Löw.

Neustart ohne Khedira

Beim Neustart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft nach dem WM-Desaster in den Länderspielen gegen Frankreich (6. September/Nations League) und Peru (9. September/Test) verzichtet Löw auf Sami Khedira, Torwart Kevin Trapp, Marwin Plattenhardt und Sebastian Rudy. Leroy Sane, den Löw kurz vor der WM aus seinem Kader gestrichen hatte, kehrt wie die damals ebenfalls durchs Rost gefallenen Jonathan Tah und Nils Petersen zurück. Um Kapitän Manuel Neuer sind noch sieben Weltmeister von 2014 dabei.

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