Die Entscheidung, die für Sommer geplante Fußball-EM zu verlegen, ist vernünftig und alternativlos. Die Vorstellung, dass in Zeiten, in denen ein Land nach dem anderen seine Grenzen schließt und das öffentliche Leben radikal heruntergefahren wird, in drei Monaten 24 Teams und unzählige Fans bis zu 5500 Kilometer durch zwei Zeitzonen in zwölf Länder fliegen, ist momentan irreal.

Die Vereine schöpfen Hoffnung, die Saison noch abschließen zu können

Es ist müßig zu spekulieren, ob der europäische Verband Uefa aus eigener Einsicht zu dieser Entscheidung kam oder der Druck der Vereine, die um ihre Existenz bangen, den Ausschlag gab. Durch die EM-Verschiebung um ein Jahr haben die Ligen zumindest einen zeitlichen Puffer, die Saison vielleicht doch noch abschließen zu können.

In den Stunden der Not sorgt die Pandemie für eine Annäherung.  Die EM 2021 hätte sich nach der Verlegung mit der Fifa-Klub-WM in China überschnitten, die Fifa-Boss Gianni Infantino als Konkurrenz zur Champions League sieht. Nun verlegt die Fifa ihrerseits die Klub-WM. Zudem setzt die EM-Verschiebung das IOC unter Druck, das weiter am Terminplan für die Sommerspiele in Tokio festhält.