Lille / Nadine Vogt   Uhr

Es war ein mühevoller Sieg, den die deutsche Nationalmannschaft in einer temporeichen Partie gegen Spanien holte. Im Stade de Hainaut in Valenciennes setzte sich das Team von Martina Voss-Tecklenburg glücklich aber effektiv mit 1:0 durch. Auch wenn die Bilanz – mit sechs Punkten aus zwei Spielen – stimmt, zeigte die deutsche Elf ähnliche Probleme wie bereits in der Partie gegen China.  „Wir gewinnen dafür keinen Schönheitspreis“, sagte Kapitänin Alexandra Popp im ZDF-Interview nach dem Abpfiff, während Svenja Huth betonte: „Das war ein hartes Stück Arbeit.

Oberdorf, Schweers und Goeßling in der Startelf

Mit drei neuen Spielerinnen auf dem Platz hat Voss-Tecklenburg, immer noch nicht ihre ersten Elf gefunden.  Die 17-jährige Lena Oberdorf und die erfahrene Lena Goeßling rückten für Melanie Leupolz und die verletzte Dzsenifer Marozsán ins zentrale Mittelfeld. Verena Schweers ersetzte Carolin Simon auf der Position des linken Außenverteidigers.

Das deutsche Team tat sich von Beginn an schwer gegen die spielstarken Spanierinnen. Viel Tempo, schnelles Umschaltspiel, Abschlusswille: Die Elf von Jorge Vilda spielte fast doppelt so viele Pässe wie das deutsche Team und wurde in dem flüssigen Spiel vor allem bei Kontern immer wieder gefährlich. Torhüterin Almuth Schult zeigte sich zwar als sicherer Rückhalt, ihre Abwehrreihe vor sich agierte ähnlich nervös wie beim Auftakt, mit Abstimmungsproblemen und Fehlpässen. In der 14. Minute fand Stümerin Garcia eine Lücke zwischen den Innenverteidigerinnen Sara Doorsoun und Marina Hegering und kam aus guter Position zum Abschluss Nur zwei Minuten später spielte Außenverteidigerin Kathrin Hendrich ihren Pass direkt in die Gegenspielerin, die in Richtung Strafraum marschierte.

In der deutschen Offensive lief es besser, vor allem Svenja Huth und Giulia Gwinn kombinierten sich auf der rechten Seite durch und bedienten immer wieder Popp, die im Strafraum lauerte. Die 28-Kapitänin war es auch, die entscheidend am 1:0-Siegtreffer in der 42. Minute beteiligt war. Huths Flanke von rechts Außen fand die 1,74 Meter große Angreiferin. Ihren Kopfball ließ Spaniens Torhüterin Sandra Panos abprallen. Sara Däbritz war zur Stelle und grätschte den Ball hinter die Linie.

„Wir haben Gott sei dank dieses Tor erzwungen“, sagte Bundestrainerin Voss-Tecklenburg nach der Partie. In der zweiten Hälfte sei es eine „großartige Energieleistung“ ihrer Mannschaft gewesen, das Ergebnis zu verteidigen. Während Spanien weiter auf Konter setzte, war es wieder eine der jüngsten Spielerinnen auf dem Platz, die Schwung ins deutsche Spiel brachte. Die 18-jährige Klara Bühl  wurde in der 45. Minute für Kathrin Hendrich eingewechselt und rückte auf die rechte Außenbahn. Das Offensivtalent vom SC Freiburg zeigte sich äußert aktiv und agil, kam zu guten Möglichkeiten und suchte immer wieder den Abschluss. In der 62. Minute bediente Huth die 18-Jährige, die im Strafraum abzog und Panos eine Parade abverlangt.

18-jährige Klara Bühl fordert die Torhüterin

„Ich habe mich natürlich gefreut reinzukommen“, sagte Klara Bühl zu ihrem ersten WM-Einsatz. Und fügt hinzu: „Ich habe einfach befreit aufgespielt.“ Auch wenn für Bühl selbst das Spiel am Ende torlos blieb, feierten sie und ihre Mannschaft einen zufriedenstellenden 1:0-Sieg.

So spielten sie:
Schult – Hendrich (45. Bühl), Hegering, Doorsoun, Schweers – Goeßling (80. Leupolz), Oberdorf (65. Magull) – Huth, Däbritz, Gwinn – Popp
Zuschauer: 20 761

Gruppe B: Wie es  weitergeht

Gruppe B Die deutsche Nationalmannschaft trifft in ihrem  letzten Vorrundenspiel am Montag, 17. Juni, in Montpellier auf WM-Neuling Südafrika (18 Uhr/ARD). Parallel läuft das Spiel China gegen Spanien.

Achtelfinale Am Montagabend entscheidet sich, welche Teams der Gruppe B in die K.o-Phase einziehen. Der Gruppensieger vermeidet definitiv das potenzielle Aufeinandertreffen mit dem amtierenden Weltmeister USA im Achtelfinale. Denn schließen die USA die Vorrunde der Gruppe F (Chile, Thailand, Schweden) als Tabellenerster ab, treffen sie im Achtelfinale (24. Juni, 18 Uhr) auf den Zweitplatzierten der deutschen Vorrundengruppe. dine