That’s the tea“ – Alex Morgan sorgte mit ihrem Torjubel im Halbfinale gegen England für Aufsehen. Das 2:1 in der 31. Minute: der Top-Star der US-Girls bewegte ihre rechte Hand zum Mund. Ein Schluck aus einer imaginären Tee-Tasse. „Geschmacklos“ werteten diese Szene die Engländerinnen. Während Morgan erklärte,  sie habe einfach weiterhin für kreativen Jubel sorgen wolle. Denn sinngemäß steht das englische Sprichwort für: „Das war’s“.

Für das Finale am Sonntag (17 Uhr/ARD) werden die USA mit Sicherheit in Sachen Jubel vorbereitet sein. Denn der amtierende Weltmeister geht als klarer Favorit in die Partie gegen die Niederlande. Der Europameister hatte sich in einem mäßigen Halbfinale gegen Schweden mit 1:0 durchgesetzt. Das Spiel hatte phasenweise Längen, während die US-Girls gegen England auf einen starken Gegner  trafen, der den unbedingten Willen für den Final-Einzug zeigte.

K.o.-Phase war für den amtierenden Weltmeister USA kein Selbstläufer

„Es ist wahrscheinlich die härteste Runde, die wir je gespielt haben“, sagte Morgan im Anschluss an das Halbfinale. Denn nach der einfachen Vorrunden-Gruppe bekam es der dreifache Weltmeister in der K.o.-Phase mit Spanien, Gastgeber Frankreich und England zu tun. Die Spiele waren keine Selbstläufer. Sie gingen jeweils mit nur einem Tor unterschied zu Gunsten der Elf von Jill Ellis aus. Vor allem Frankreich und England waren nah dran, an der mutmaßlichen Sensation. Zumal die Engländerinnen kurz vor Abpfiff noch einen umstrittenen Elfmeter verschossen hatten.

Im Finale wird für die USA voraussichtlich auch Megan Rapinoe  wieder auf dem Platz stehen. Die 34-jährige Offensivspielerin hatte zuletzt wegen einer Blessur am Oberschenkel ausgesetzt. Großes Selbstbewusstsein für das Endspiel könnten die Niederländerinnen aus dem Verlauf des Turniers ziehen: Von Partie zu Partie steigerte sich die Elf von Sarina Wiegman. Auf dem Platz könnten Flügelspielerin Shanice van de Sanden und Stürmerin Vivianne Miedema in der Offensive durchaus Akzente setzen. Letztere ist mit 22 Jahren, 81 Länderspielen und 61 Treffern Rekordtorschützin von Oranje.

Phil Neville will mit England den dritten Platz holen

Im Spiel um Platz drei treffen bereits am Samstag England und Schweden aufeinander. Die Partie im Stade de Nice in Nizza wird um 17 Uhr (live im ZDF) angepfiffen. „Wir werden raus gehen und performen“, sagte der englische Chefcoach Phil Neville, ehemaliger Nationalspieler und Champions-League-Gewinner mit Manchester United, im Hinblick auf das Spiel.  Nach der Niederlage gegen die USA hatte er vor allem lobende Worte für seine Mannschaft übrig. „Sie werden mich nicht enttäuschen“, sagte der 42-Jährige, „weil sie das noch nie getan haben.“ England richtet die kommende Europameisterschaft 2021 aus. Das Team ist gegen die Schwedinnen, die Deutschland aus dem Turnier warfen, am Samstag Favorit.

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Pläne Fifa-Präsident Gianni Infantino will „die beste WM aller Zeiten“ nutzen, um zu expandieren. Angedacht sei, die nächste Frauen-WM 2023 von 24 auf 32 Teilnehmer zu erweitern. Außerdem wolle er eine Klub-WM und eine Weltliga für Nationalteams. Laut Fifa sahen bislang rund 850 Millionen Menschen weltweit die Spiele.

Olympia England, Schweden und die Niederlande haben sich für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert. Zwölf Teams nehmen an dem Wettbewerb teil, Neuseeland, Japan und Brasilien haben sich ebenfalls bereits qualifiziert. Nach Viertelfinal-Aus ist Deutschland, als amtierender Olympia-Sieger, nicht dabei. dine/sid