Athen (dpa) – Durch ein Gegentor in der Nachspielzeit hat der VfL Wolfsburg die erneute Teilnahme an der Europa League verpasst. Der Fußball-Bundesligist verlor sein drittes und letztes Qualifikationsspiel bei AEK Athen trotz eines Halbzeit-Vorsprungs noch mit 1:2 (1:0).
Der Schweizer Nationalspieler Admir Mehmedi brachte die „Wölfe“ zwar mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit in Führung (45.+1 Minute). Doch nach der Pause trafen der Portugiese André Simoes mit einem 30-Meter-Schuss (64.) sowie der Iraner Karim Ansarifard kurz vor dem Abpfiff (90.+4) noch für den zwölfmaligen griechischen Meister. Trotz der Siege gegen FK Kukesi und Desna Tschernihiw in den ersten beiden Qualirunden darf der VfL bei der Auslosung der zwölf Europa-League-Gruppen an diesem Freitag jetzt nur noch zuschauen.
„Wir sind alle sehr enttäuscht“, sagte VfL-Trainer Oliver Glasner. „Es ist unglaublich bitter, wenn man mit der letzten Aktion das 1:2 bekommt. Wir wollten unbedingt in der regulären Spielzeit die Partie gewinnen und sind dann ausgekontert worden.“
Die Wolfsburger hätten in diesem Spiel allerdings schon früh in Rückstand geraten können. Doch in der 20. Minute hielt Ersatztorwart Pavao Pervan einen Elfmeter des AEK-Kapitäns Petros Mantalos. Nach Auffassung des portugiesischen Schiedsrichters Artur Dias hatte Xaver Schlager zuvor den Serben Nenad Krsticic gefoult. Einen Videobeweis, der diese fragwürdige Entscheidung hätte überprüfen können, gibt es in der Europa League aber nicht.
Der Österreicher Pervan vertrat in Athen erneut den verletzten Koen Casteels. Ansonsten wechselte Trainer Oliver Glasner seine Anfangsformation infolge der vielen Spiele in diesen Wochen wieder fleißig durch. Vor dem vergangenen Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg gab es acht Änderungen, auch diesmal waren es wieder sechs.
Das Spiel litt darunter, dass Gastgeber Athen selbst im eigenen Stadion nur sehr zögerlich agierte und auch der VfL mit seinen Feldvorteilen kaum etwas anzufangen wusste. Die Griechen ließen ihren besten Stürmer Marko Livaja auf der Bank, den „Wölfen“ fehlte in der gegnerischen Hälfte jegliche Durchschlagskraft. So waren Chancen wie für Paulo Otavio (8.) oder Maximilian Arnold (25.) nur sehr spärlich.
Nach der Führung hatte der VfL das Spiel eigentlich im Griff. Spielerisch blieb die Leistung zwar dürftig und sehr fehlerhaft, aber der Bundesligist suchte die Entscheidung, statt seinen knappen Vorsprung nur zu verteidigen. Der 1:1-Ausgleich fiel schon überraschend, nach dem 1:2 konnten die Niedersachsen nicht mehr reagieren. Dabei hatte AEK an diesem Abend sogar die Unterstützung seiner vielen Fans gefehlt. Da der europäische Verband UEFA zumindest in den Qualifikationsrunden noch keine Zuschauer zuließ, blieb das Olympiastadion mit seiner Kapazität von mehr als 69.000 Plätzen leer.
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