Europa League Keine „Stallorder“ - Leipzig „ohne Mittelfeld“ in Salzburg

RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff verwahrt sich gegen den Verdacht einer „Stallorder“ beim Spiel gegen Salzburg. Foto: Peter Endig
RB Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff verwahrt sich gegen den Verdacht einer „Stallorder“ beim Spiel gegen Salzburg. Foto: Peter Endig © Foto: Peter Endig
Salzburg / Von Jens Marx, dpa 28.11.2018

Salzburg (dpa) – Das Duell könnte pikanter kaum sein, die Vorzeichen für RB Leipzig könnten kaum schlechter stehen.

„Unser ganzes Mittelfeld fehlt“, klagte Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick vor der Partie am Donnerstag (18.55 Uhr) beim FC Red Bull Salzburg am vorletzten Gruppenspieltag der Europa League. Neben dem Ausfall des seit längerem verletzten Emil Forsberg sind die schlimmsten personellen Befürchtungen der Leipziger noch übertroffen worden. Marcel Sabitzer reiste erst gar nicht mit, Kevin Kampl auch nicht, und am Mittwoch kam auch noch das Aus von Diego Demme. „Es wird eine überraschende Aufstellung sein, ich hätte sie vor einer Woche auch nicht für möglich gehalten“, meinte Rangnick.

Und das in diesem Spiel. Salzburg reicht ein Remis, für Leipzig könnte ein Unentschieden am Ende auch genug sein. Die selbst ernannten RasenBallsportler sollten aber besser gewinnen, sonst könnte es eng werden für den Fußball-Bundesligisten in der Gruppe B im Kampf um den zweiten Platz mit den punktgleichen Schotten von Celtic Glasgow.

Eine pikante Konstellation: Red Bull ist Hauptsponsor bei RB Salzburg und Besitzer von RB Leipzig. „Das Spiel birgt eine gewisse Brisanz, wir machen aber nicht mehr daraus, als es ist“, betonte Salzburgs Trainer Marco Rose, gebürtiger Leipziger, am Mittwoch.

RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, einst als „Head of Global Soccer“ weltweiter Fußballchef von Red Bull, war auch bemüht, sämtliche Spekulationen zu entkräften. „Stallorder? Von wem soll die kommen?“, fragte der 43-Jährige in einem Interview des Sportbuzzer und der „Leipziger Volkszeitung“: „Nonsens!“

Salzburg und Leipzig hätten eine gemeinsame Vergangenheit, „aber weder eine gemeinsame Gegenwart noch Zukunft“. Neben Mintzlaff war auch Rangnick einige Zeit für beide Vereine im Einsatz, von Mitte 2012 bis Mitte 2015 fungierte der mittlerweile 60-Jährige sowohl bei RB in Salzburg als auch bei RB in Leipzig als Sportdirektor. „Es ist etwas ungewohnt, hier als Trainer aufzulaufen“, meinte Rangnick: „Deswegen ist es für mich schon eine besondere Partie.“

Unter Rose emanzipieren sich die Salzburger sportlich immer mehr von den Leipzigern, die mit ihrem rasanten Aufstieg nach der Vereinsgründung im Mai 2009 schnell den gefühlten Status des Red-Bull-Vorzeigevereins erreichten. Österreichs Serienmeister scheitert(e) Jahr für Jahr an der Champions-League-Qualifikation, Leipzig qualifizierte sich im ersten Bundesliga-Jahr auf direktem Weg. Auch dank Salzburg. Die Liste von Spielern, die von Salzburg nach Leipzig transferiert wurden, reicht für mehr als eine Elf.

Vermutet wird auch, dass einer der beiden Leipziger Winter-Neuzugänge, die seit Sommer feststehen, aber namentlich nicht genannt werden, Salzburgs Amadou Haidara ist. Er fällt nach einer Knieverletzung allerdings mehrere Monate aus.

In der Liga konnten die Salzburger das Fehlen des Mittelfeldstrategen kompensieren, stimmten sich mit einem 4:0-Sieg beim Aufsteiger Hartberg ein. Seit 52 Heimspielen in sämtlichen Wettbewerben verloren die Salzburger nicht mehr. Im Hinspiel in Leipzig hatte die Mannschaft von Rose zudem ihre Klasse gezeigt und 3:2 gewonnen. In 26 Pflichtspielen in dieser Saison kassierte Salzburg noch keine Niederlage. Eine große Herausforderung also für die personell arg geschwächten Leipziger, die am Samstag mit dem 0:1 auswärts gegen den VfL Wolfsburg die erste Niederlage in der Liga nach zehn Spielen kassiert hatten

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel