Sommermärchen, die Zweite? Selbstredend: Die versammelte deutsche Fußball-Prominenz hat allen Grund, sich in den Armen zu liegen. Der Zuschlag für das EM-Turnier 2024 ist ein großer Erfolg. Und doch mischen sich Skepsis und Sarkasmus in den Jubel. Dass die Öffentlichkeit schon die Bewerbung eher gleichgültig verfolgt hatte, sollte ein Alarmsignal sein. In der Fußball-Welt von 2018 ist der Vorrat an naiver Begeisterung aufgebraucht.

Das liegt nicht nur an dem Sumpf aus Korruption und Vetternwirtschaft, den die Gremien im Weltfußball nicht austrocknen können und wollen. Viele Fans fühlen sich entfremdet und übersättigt von der zunehmenden Kommerzialisierung und Eventisierung ihres Sports. Dass alle Weltfußballer dieses Jahrzehnts verurteilte Steuerhinterzieher sind, tut sein Übriges.

Ein selbstbewusster, sauberer DFB könnte hier ein Gegenpol sein. Doch die Führung um Verbandschef Reinhard Grindel gibt ein katastrophales Bild ab: Durch unsägliches Lavieren in der Özil-Affäre und im Umgang mit Fan-Gruppen ist jede Glaubwürdigkeit verspielt. Hier hilft nur ein Neuanfang – mit frischen Gesichtern und klaren Botschaften.

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