EM-Qualifikation Holland und drei Minuten-Hürden

EM-Qualifikation. Deutschland trifft auf Niederlande
EM-Qualifikation. Deutschland trifft auf Niederlande © Foto: grafik: swp
Dublin / dpa 03.12.2018

Diese Glückslose machten Joachim Löw wieder zu „Jogi-Lässig“. Entspannt stand der Bundestrainer bei seiner letzten Dienstreise im vermaledeiten Jahr 2018 im Convention Center von Dublin, das weiße Hemd bis zum zweiten Knopf unter dem feinen blauen Anzug geöffnet. Löw lächelte – auch über das erneute Duell mit dem ewigen Rivalen Holland. Die Aussicht auf die schnelle Revanche gegen die Niederlande und die vermeintlich problemlosen Mini-Hürden Nordirland, Estland und Weißrussland auf dem Weg zur EM 2020 geben dem DFB-Chefcoach die Gelegenheit auf eine weitgehend konfliktfreie Fortsetzung beim Neuaufbau der Fußball-Nationalmannschaft.

„Wir sind uns unserer Stärken bewusst“, sagte Löw nach der Auslosung der EM-Qualifikationsgruppen. „Wir gehen selbstbewusst in die Qualifikation rein. Wir haben schon den Anspruch, dass wir das schaffen“, sagte Löw. Im Gegensatz zu früheren Qualifikationsrunden wollte der 58-Jährige aber nach den herben Enttäuschungen 2018 mit WM-Aus und Abstieg in der Nations League nicht den ersten Platz in der Gruppe C als Ziel vorgeben.

„Angesichts dieser Gruppe muss man sich qualifizieren“, sagte DFB-Chef Reinhard Grindel. Nordirland ist Löw als „kampfstarkes Team“ in Erinnerung: „Sie verlieren nie mit mehr als ein, zwei Toren Unterschied.“ Gegen Estland spielte Deutschland nur in den 1930er Jahren dreimal und gewann alle Duelle. Gegen Weißrussland spielte die DFB-Elf bislang erst einmal. Kurz vor der EM 2008 gab es in einem Test in Kaiserslautern ein 2:2.

Die Qualifikationsrunde wird von März bis November 2019 an fünf Doppelspieltagen ausgetragen. Da Deutschland in einer Fünfergruppe spielt, sind 2019 noch zwei Testpartien möglich. Ein Wunsch von Löw wird aber wohl unerfüllt bleiben. „Ich würde gerne gegen Brasilien und Argentinien spielen“, sagte der Bundestrainer. Die Uefa-Regularien verlangen allerdings europäische Testpartien. Bierhoff versprach, beim Kontinentalverband die Möglichkeiten nochmals auszuloten.

Alle zehn Gruppensieger und die zehn Gruppenzweiten lösen das Ticket für die Endrunde vom 12. Juni bis 12. Juli 2020 in zwölf Gastgeberländern. Die restlichen vier Tickets werden in Miniturnieren im März 2020 vergeben. Startberechtigt sind dabei die je vier Gruppensieger jeder Staffel der Nations League. Sollten sich diese schon über die normale Qualirunde das EM-Ticket geholt haben, rücken die nächst besseren noch nicht qualifizierten Mannschaften der jeweiligen Ligen nach. Im Extremfall geht das Startrecht auf Teams der nächst tieferen Liga über.

Für die Heim-EM 2024 muss sich Deutschland nicht qualifizieren, der Gastgeber ist automatisch mit dabei. Nach dem Turnierzuschlag im September hatte die Uefa eine Zusicherung für einen garantierten Startplatz noch nicht geben wollen.

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