Champions League Schalke mit Sorgen - Stimmung getrübt trotz Achtelfinale

Nach dem 1:3 gegen den FC Porto stellen sich die Spieler den Fans. Die Pfiffe scheint Trainer Domenico Tedesco nicht zu hören. Foto: Ina Fassbender
Nach dem 1:3 gegen den FC Porto stellen sich die Spieler den Fans. Die Pfiffe scheint Trainer Domenico Tedesco nicht zu hören. Foto: Ina Fassbender © Foto: Ina Fassbender
Porto / Von Ulli Brünger, dpa 29.11.2018

Das miese Wetter mit Sturm und Regen passte zur schlechten Stimmung und der schwachen Leistung auf Schalke am verpatzen Abend zuvor.

Statt sich über den Achtelfinal-Einzug zu freuen und wie erhofft gut gelaunt in südlicher Sonne auf das schwere Bundesligaspiel bei 1899 Hoffenheim vorzubereiten, musste der FC Schalke 04 erstmal den schwachen Auftritt beim FC Porto, weitere personelle Rückschläge und die Pfiffe der Anhänger verarbeiten. „Es ist hart für uns, wenn die Fans verärgert sind“, räumte Omar Mascarell nach dem 1:3 beim portugiesischen Meister ein. „Aber wenn sie pfeifen, müssen wir das auch verstehen.“

Anders als die Spieler wollte der Trainer vom Unmut der Anhänger nichts wissen. „Unsere Fans haben nicht gepfiffen“, behauptete der Trainer allen Ernstes. Ob der 33-Jährige sie tatsächlich nicht wahrgenommen hat oder sie schlicht ausblendete, blieb ein Rätsel. „Wir haben hochverdient verloren“, räumte Tedesco immerhin ein. „Aber wir haben uns in einer sehr starken Gruppe für das Achtelfinale qualifiziert.“

Auch Sportvorstand Christian Heidel äußerte eher Unverständnis über die treuen Anhänger: „Wenn es so ist, ist es so. Grundsätzlich haben die Fans das Recht, ihren Unmut zu äußern. Aber gerade, wenn wir ins Achtelfinale eingezogen sind - ich weiß nicht. Ich kann mich darüber riesig freuen. Wir haben unseren Job erledigt und verfallen jetzt nicht in Depressionen.“

Dass Schalkes erstmaliger Einzug in die K.o.-Runde seit vier Jahren dank der Schützenhilfe von Lokomotive Moskau beim 2:0 gegen Galatasaray bereits vor dem Anpfiff im Estadio do Dragao feststand, wirkte sich wenig inspirierend auf das Team aus. Tedesco schloss nicht aus, dass die Konzentration und Motivation darunter litten. „Wir haben alles versucht, die Mannschaft voll zu motivieren und zu pushen. Aber man weiß nie, ob man alle Spieler erreicht.“

Statt befreit aufzuspielen, präsentierte sich der Revierclub ängstlich und uninspiriert. Und kassierte nach Toren von Eder Militao (52.), Jesus Corona (55.) und Moussa Marega (90.+4) die erste Niederlage in der Gruppenphase. Zwar konnte Nabil Bentaleb mit einem verwandelten Handelfmeter (88.) noch verkürzen. Doch die Chance auf den Gruppensieg und einen womöglich leichteren Gegner im Achtelfinale wurde vertan.

Fast alle Laufduelle, Zweikämpfe und Kopfballduelle gingen verloren, räumte Tedesco ein. „Und offensiv haben wir wenig stattgefunden.“ Gerade mal einen Schuss von Jewgeni Konopljanka auf das Tor von Iker Casillas brachte der Revierclub in 90 Minuten zustande. „Offensiv tun wir uns sehr schwer, nicht nur heute, sondern schon die ganze Saison“, monierte Alessandro Schöpf. „Da fehlen ein bisschen der Mut und die Durchschlagskraft.“

Gerade in der Offensive ist kaum Besserung zu erwarten. Zumal nach den verletzten Breel Embolo, Mark Uth und Cedric Teuchert die nächsten beiden Angreifer auszufallen drohen. Guido Burgstaller musste in Porto wegen einer Achillessehnenreizung passen, Steven Skrzybski in der Halbzeit nach einem Sturz auf die Schulter ausgewechselt werden. Ob die beiden in beim Spiel in Hoffenheim eingesetzt werden können, ist fraglich. „Burgstaller hat keine strukturelle Verletzung, aber sie ist schmerzhaft“, sagte Tedesco, der mit seiner Mannschaft nicht erst nach Gelsenkirchen, sondern am Freitag direkt nach Mannheim reist.

Heidel kann sich nicht erinnern, dass schon mal fünf Stürmer augefallen sind, mochte dies aber auch nicht als Entschuldigung für den schwachen Auftritt gelten lassen: „Wir dürfen nicht jammern. Da muss der Trainer sich was einfallen lassen.“

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