Tottenham-Stürmer Harry Kane sprach vor dem nächsten Champions-League-Duell mit Borussia Dortmund Klartext. Sein Team müsse auch unter Druck mal „eine Schippe drauflegen“, forderte Kane vor dem Achtelfinal-Rückspiel beim BVB.

„Das haben wir in den vergangenen Jahren nicht geschafft, das haben wir diese Woche nicht geschafft, (aber) das wird den Unterschied machen.“

Damit sprach der Mannschaftskapitän aus, was in England viele über Tottenham Hotspur denken: Immer, wenn es ernst wird, scheitern die Londoner. Ende Januar flogen die Spurs innerhalb einer Woche aus dem Ligapokal und dem FA Cup. Mit dem glücklichen 1:1 am Samstag im Derby gegen Arsenal verabschiedeten sich Kane und Co. auch in der Premier League aus dem Titelrennen - ein Déjà-vu für die Spurs-Fans.

Kane steht seit 2009 bei Tottenham unter Vertrag. Nach mehreren Ausleihen, unter anderem an den FC Millwall und an Leicester City, war die Saison 2014/15 seine erste als unumstrittener Stammspieler bei den Spurs. In den darauffolgenden Spielzeiten wurde er zweimal Torschützenkönig der Premier League mit 25 und 29 Treffern. Ein Titel mit dem Club blieb dem hochtalentierten Fußball-Nationalspieler - aufgrund der bekannten Schwierigkeiten der Spurs - bisher verwehrt.

„Unter den ersten Vier zu stehen, in der Champions League zu spielen, das war vor fünf Jahren noch ein Traum“, konterte Trainer Mauricio Pochettino vor kurzem die Kritik an mangelnden Titeln und betonte, sein Team kämpfe nicht „mit denselben Waffen“ wie andere Clubs. Schließlich holte Tottenham in den vergangenen zwei Transferperioden nicht einen einzigen neuen Spieler. „Natürlich wollen wir eine Trophäe gewinnen“, sagte der Argentinier. „Ich glaube, wir werden dahinkommen.“ Aber das brauche Zeit.

Die Königsklasse bleibt in dieser Saison wohl die letzte Option auf eine Trophäe für Tottenham. Nach dem 3:0-Sieg gegen Dortmund im Hinspiel sind die Chancen aufs Weiterkommen gut. Darauf verlassen will sich Kane keinesfalls. „Das wird nicht leicht“, sagte der 25-Jährige über die Partie am Dienstag. „Aber es liegt an uns, eine gute Leistung zu zeigen, und eine bessere Chance, das Viertelfinale zu erreichen, werden wir nie haben.“

Zu den Favoriten im Wettbewerb zählt Tottenham laut Kane, der in dieser Saison vier Tore in der Königsklasse geschossen hat, nicht. „Wir haben gezeigt, dass wir große Teams schlagen können“, betonte er allerdings - wie in der Vorsaison beim packenden 3:1-Sieg gegen Real Madrid. Im Achtelfinale scheiterten die Londoner dann nur knapp und unglücklich gegen den italienischen Serienmeister Juventus Turin.

Und in diesem Jahr? „Das Wichtigste ist, dass wir am Dienstag weiterkommen“, sagt Kane, „wenn wir dann Stück für Stück die größeren Mannschaften schlagen, dann wächst auch der Glaube.“ Dass er dann am Ende womöglich doch einen Pokal in den Händen hält, will der Stürmer zumindest nicht ausschließen. „Es ist nicht unmöglich, es ist (nur) momentan unwahrscheinlich, aber wir werden sehen, was passiert.“

Kane-Aussagen bei Sky Sports

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