Anfang Juni ätzte Michel Platini noch gegen FIFA-Präsidenten Infantino und brachte sich damit selbst wieder in Gespräch – nun steht der Franzose ungewollt im Mittelpunkt. Es geht mal wieder um die umstrittene WM-Vergabe an Katar.

Platini unter Korrputionsverdacht

Der ehemalige UEFA-Präsident Michel Platini ist am Dienstag im Rahmen der Korruptionsuntersuchungen im Zuge der Vergabe der Fußball-WM 2022 an Katar festgenommen worden. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Verweis auf informierte Kreise. Laut Medien wird der ehemalige Kapitän der französischen Nationalmannschaft in den Räumlichkeiten der Anti-Korruptions-Abteilung der Kriminalpolizei im Pariser Vorort Nanterre verhört. Es bestehe der Verdacht der "aktiven und passiven Korruption". Hintergrund sei eine Ermittlung zu der umstrittenen WM-Vergabe nach Katar.

Platini war von der FIFA-Ethikkommission 2015 zunächst für acht Jahre für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt worden, der Bann wurde später auf vier Jahre reduziert. Grund war eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die er 2011 von Ex-FIFA-Chef Joseph Blatter erhalten hatte. Laut Blatter und Platini handelte es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Platinis FIFA-Arbeit in den Jahren 1998 bis 2002.

Platini galt vor seiner Sperre als Favorit auf die Nachfolge von Blatter als FIFA-Präsident. Nach seinem Ausschluss setzte sich überraschend sein ehemaliger enger Vertrauter Gianni Infantino bei der Wahl zum Weltverbands-Boss durch. Platinis Sperre läuft im Oktober 2019 aus. Ob der ehemalige Weltklasse-Spieler wieder in die Sportfunktionärswelt zurückkehren kann, ist nun offener denn je.

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