Querpass Pubertärer Kindkönig

Gerold Knehr über Frankreichs Jungstar Kylian Mbappé.
Gerold Knehr über Frankreichs Jungstar Kylian Mbappé. © Foto: Könneke Volkmar
Gerold Knehr 07.09.2018

Liberté, égalité, fraternité. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. So lautet der aus der Französischen Revolution stammende Wahlspruch bei unseren Nachbarn links vom Rhein. Als Frankreich vor wenigen Wochen in Russland Fußball-Weltmeister wurde, wandelten die euphorisierten Anhänger der Equipe Tricolore die Parole kurzerhand  um. Auf vielen T-Shirts ist seitdem zu lesen: Liberté, égalité, Mbappé.

Kylian Mbappe, der erst 19 Jahre junge  Mittelfeldspieler von Paris St. Germain, wird nicht nur von Fußball-verrückten Fans hochgejubelt. Selbst der erfahrene Trainer Arsène Wenger (68) ließ  sich zu einer wahren Hymne auf Frankreichs „Kindkönig“ hinreißen. „Kylian ist sehr schnell mit den Beinen und noch schneller im Kopf. Man kann durchaus sagen, dass der neue Pele des Fußballs aus Frankreich kommt.

Bislang galt der Jungstar als frisch, unbeschwert, wohlerzogen. Zuletzt jedoch sandte er andere Signale aus. Nachdem  der Schützling von Thomas Tuchel beim 4:2 in Nimes kurz vor Spielschluss gefoult wurde, stieß er seinen Gegenspieler Teji Savaier um und erklärte hinterher, er bereue nichts und würde künftig wieder so handeln. Die Konsequenz: der anscheinend noch pubertierende Weltmeister Mbappé wurde für drei Ligaspiele gesperrt. Nationaltrainer Didier Deschamps soll ihm zuletzt die Leviten gelesen haben. Nicht dass es über ihn eines Tages heißt: Liberté, égalité, puberté. 

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