Rom Die begeisternden Auftitte der Ialiener sorgten für euphorische Stimmung. Knapp 16 000 Zuschauer waren zu den Spielen zugelassen, voll ausgeschöpft wurde das Kontingent nie. Die italienischen Fans feierten dafür auf den Straßen. Auch Schweizer und Türken waren gut vertreten, Waliser kaum. Die Gäste sorgten aber auch tagsüber in der Innenstadt für gute Stimmung und bevölkerten die Cafés.
St. Petersburg Bis zu 30 000 Fans waren zugelassen, so viele kamen bei keinem der sechs Spiele. Für herausragende Stimmung sorgten die Finnen. Insgesamt ist Rußland weit weg von Euphorie, was vor allem am schwachen Auftritten des eigenen Teams lag.
  Der Rasen bedingt grün, das Estadio La Cartuja keine Fußball-Arena. Bemerkenswert die Disziplin der Spanier: Alle trugen immer ihren Mund-Nasen-Schutz, der überall in Sevilla Pflicht ist – auch im Freien. EM-Stimmung kam aber nur am Spieltag oder am Abend vorher auf. Nachdem rund 3000 Schweden da waren, nahmen die Zahlen bei Polen und dann der Slowakei ab. Jetzt kommen die Portugiesen zum letzten Spiel.
Baku Die Freude, Spiele auszutragen, war den Einheimischen anzumerken. Bei den Partien der Türkei sorgten sie mit den türkischen Fans für Heimspiel-Atmosphäre, auch wenn die Kapazität nie voll ausgeschöpft wurde. 
Amsterdam Es hat ein wenig gedauert, bis die guten Auftritte des Oranje-Teams für EM-Atmosphäre im Land gesorgt haben. Vergleichbar mit der EM 2000 ist die Atmosphäre immer noch nicht. Was auch daran liegt, dass nur wenige ausländische Fans kommen oder schnell wieder weg sind. Public Viewing ist verboten.
Kopenhagen In der dänischen Hauptstadt schlägt das Herz dieser EM. Mehr als 15 000 Zuschauer mussten beim ersten Spiel gegen Finnland den Zusammenbruch von Dänemarks Spielmacher Christian Eriksen mit ansehen. Knapp 25 000 waren es, als der Mannschaft gegen Belgien eine warmherzige Rückkehr in das Parken Stadion bereitet wurde und als die Dänen gegen Russland ins Achtelfinale stürmten. Mehr Emotion in drei Spielen geht kaum.
Bei schottischen Spielen herrschte eine gewaltige Stimmung in der Stadt und im Hampden Park. Beim einzigen Turniertor der Bravehearts wackelten die Tribünen, in den Pubs herrschte Hochbetrieb. An normalen Tagen war von EM-Stimmung aber wenig zu spüren. Auch weil kaum andere Fans angereist waren.
London Ähnliches Bild in London. Im Wembley-Stadion klingen „Football‘s Coming Home“ und „God save the Queen“ durchs Rund. Besonders laut wurde es bei der Partie gegen die Schotten, denn das war das einzige Spiel mit nennenswert Gästefans. Echte EM-Atmosphäre: Fehlanzeige.
Budapest Volle Zuschauerränge, ein zufriedener Ministerpräsident Viktor Orban und Gänsehautatmoshäre für das eigene Team. Für Gästeteams war es angesichts rassistischer Auswüchse keine Reise wert. 
Bukarest Die Rumänen sind nicht dabei, die Stimmung trübt das kaum.  Auf den Terrassen der Restaurants und Bars sitzen beim günstigen Bier viele Fans. Zu späterer Stunde liefern sich die Gruppen in den Gassen Gesangsduelle. Den Ton gaben Ukrainer und Nordmazedonier an.
München Biergarten-Partys waren nur eingeschränkt erlaubt, Fan-Treffen wurden von der Polizei aufgelöst, auch wenn das nicht immer gelang. Im Stadion war immer was los: Erst der misslungene Greenpeace-Protest, dann der Sieg über Portugal, am Ende Regenbogen-Diskussion, Gewitter und deutsches Happy End.

Zum Werbeaufdruck hat es nicht gereicht

Nachrücker Sevilla darf eigentlich nicht mit denselben Maßstäben wie die anderen EM-Orte gemessen werden. Für manchen Merchandising-Artikel reichte es nicht mal mehr für den Aufdruck. Denn die Stadt wurde erst Ende April zum Spielort weil die Verantwortlichen aus Bilbao der Uefa keine Zuschauer-Garantie geben wollten.