Der 1. FC Köln nimmt durch den Sprung auf Tabellenplatz 16 am letzten Bundesliga-Spieltag viel Rückenwind mit in die beiden „Final“-Spiele gegen Holstein Kiel. Der Zweitligist, Bayern-Besieger im DFB-Pokal, muss dagegen seine zwei vergebenen Matchbälle für den Direktaufstieg schnell verdauen. Trotz schwacher Saison also Vorteil für Köln? „Wir können nicht davon ausgehen, dass sie niedergeschlagen oder deprimiert sind. Da wird eine Jetzt-erst-recht-Haltung eintreten“, sagte FC-Trainer Friedhelm Funkel über den Gegner.
Allerdings setzt der erfahrene Coach darauf, dass seine Spieler „den Trend, der bei uns seit sechs Spielen sehr positiv ist, fortsetzen. Dann werden wir große Chancen haben, in der Bundesliga zu bleiben.“ Um genauso zuversichtlich ins Rückspiel im Norden gehen zu dürfen, muss der FC an diesem Mittwoch (18.30 Uhr/DAZN) daheim gewinnen – wieder ohne Fans. Die Verantwortlichen hatten auf 1000 getestete Zuschauer gehofft. Doch es gab keine Ausnahmegenehmigung.

Heldt: Unsere große Chance

So muss es eben vor einer Geisterkulisse klappen, wie schon beim 1:0-Thriller gegen Schalke am vergangenen Samstag. „Wir haben es selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu regeln. Das müssen wir als große Chance definieren“, sagte Sport-Geschäftsführer Horst Heldt: „Die Relegation ist jetzt ein Mehrwert.“
Nach Gelbsperren kehren „Sechser“ Ellyes Skhiri und Flügelflitzer Ismail Jakobs zurück, Mittelstürmer Sebastian Andersson indes droht aufgrund seiner anhaltenden Knieprobleme zumindest das Hinspiel zu verpassen. Dennoch verfügt der FC um den formstarken Ex-Nationalspieler und Kapitän Jonas Hector über mehr Qualität im Kader, und diese hat in der Vergangenheit meist den Ausschlag gegeben: Seit Wiedereinführung der Relegation setzte sich in zwölf Austragungen neunmal der Erstligist durch.
Den Kielern war nach einer furiosen Saison zuletzt große Müdigkeit anzumerken. Kein Wunder, mussten sie nach ihrer Corona-Quarantäne vor den Relegationsspielen neunmal in 30 Tagen ran. Jonas Meffert und Impulsgeber Alexander Mühling fehlen in Köln gelbgesperrt. Doch für Trainer Ole Werner, der als heißer Kandidat bei Bundesliga-Absteiger Werder Bremen gilt, zählen die schlechten Vorzeichen nicht. „Wir müssen versuchen, zurückzuschlagen und das Unmögliche möglich zu machen.“