Markus Gisdol stand erst regungslos vor seiner Bank und verschwand dann in die Katakomben, nachdem er seine Spieler abgeklatscht hatte. Damit verabschiedete sich der 51-Jährige nach der 2:3 (1:1)-Pleite des 1. FC Köln im Abstiegsduell mit dem FSV Mainz 05 allem Anschein nach auch als Trainer der Rheinländer. Die Trennung vom 51-Jährigen sei beschlossene Sache, berichteten Sport1 und der „Express“ keine zwei Stunden nach dem nunmehr achten sieglosen Bundesligaspiel am Sonntagabend. Eine Bestätigung des Tabellenvorletzten gab es dafür zunächst nicht.

Horst Heldt schweigt lieber

Sportchef Horst Heldt äußerte sich zuvor nicht und lehnte eine Interview-Anfrage des TV-Senders Sky ab. Berichten zufolge könnte Routinier Friedhelm Funkel die Aufgabe übernehmen, den Club in den restlichen sechs Saisonspielen vor dem Gang in die 2. Liga zu bewahren. „Mich hat noch niemand kontaktiert. Das Spiel ist aber auch gerade erst vorbei“, sagte Funkel dem „Express“. Demnach halte er sich aber für eine kurzfristige Amtsübernahme bereit.
Bei Sky hatte Gisdol zuvor erklärt: „Ich rechne mit gar nichts, ich versuche, meine Jungs zu trösten. Es geht um den 1. FC Köln und meine Mannschaft.“ Der seit November 2019 in Köln tätige Coach bekannte, er sei „natürlich enttäuscht, das ist ja klar nach so einem Spiel, wo Du gefühlt auch die drei Punkte hättest machen können.“
Mit 23 Punkten sind die Kölner auf Rang 17 zurückgefallen hinter Arminia Bielefeld und Hertha BSC (beide 26). Für die Mainzer, die mit 28 Punkten auf Rang 14 klettern, trafen Jean-Paul Boetius (11.), Karim Onisiwo (65.) und Leandro Barreiro (90.+2) zum ersten Sieg im RheinEnergieStadion.

Gegentreffer in der Nachspielzeit

In der insgesamt recht ausgeglichenen und von vielen Verletzungspausen unterbrochenen Partie hatte Marius Wolf die große Möglichkeit zum Führungstreffer für den im zweiten Spielabschnitt besseren FC, doch sein Kopfball landete via Torwart Robin Zentner nur am Aluminiumgestänge (58.). Drei Minuten später machte es Skhiri besser. Sein Kopfballtreffer nach Vorarbeit von Jonas Hector führte zum 2:1 für die Gastgeber, doch Onisiwo glich postwendend aus. Barreiro ließ die Mainzer dann in der Nachspielzeit sogar über den eminent wichtigen Sieg jubeln – das kostete Gisdol wohl den Job.