Mit viel Leidenschaft und einem überragenden Torhüter Mathias Niederberger hat Deutschlands Eishockey-Team nach dem ersten WM-Sieg gegen Kanada seit 25 Jahren mehr denn je den Coup im Visier. Am Pfingstmontag trieb die Auswahl von Bundestrainer Toni Söderholm den 26-maligen Weltmeister beim 3:1 (2:1, 0:0, 1:0) in Riga zur Verzweiflung und führte die bislang perfekte WM-Ausbeute fort. Gut drei Jahre nach dem „Jahrhundertspiel“ im Olympia-Halbfinale von Pyeongchang (4:3) sorgten Tore von Stefan Loibl (11. Minute), Matthias Plachta (12.) und Korbinian Holzer (58.) erneut für einen historischen Sieg gegen Kanada, für das lediglich Nick Paul (19.) erfolgreich war.
Damit untermauert das Team des Deutschen Eishockey-Bunds eindrucksvoll die hohen Ambitionen. Der bislang letzte WM-Sieg gegen Kanada war 1996 in Wien (5:1) gelungen. Mit drei Siegen aus drei Spielen erinnert der WM-Start stark an die erste Weltmeisterschaft unter Söderholm 2019 in der Slowakei, als gar vier Siege in Serie gelangen und am Ende die bislang beste WM-Vorrunde überhaupt stand.

Torhüter Mathias Niederberger überragt

Nach dem 9:4 zum WM-Auftakt gegen Italien und dem 5:1 am Samstag gegen Norwegen war auch gegen Kanada der unbedingte Wille zu spüren, auch ohne  Weltstar Leon Draisaitl genau wie bei Olympia 2018 die Sensation zu schaffen.  Damals sprang nach dem Halbfinalsieg gegen Kanada Silber heraus. „Wie sich jeder in die Schüsse reinschmeißt, unglaublich“, sagte Torschütze Loibl bei Sport1. Ganz anders die Situation beim hohen Favoriten, der mit drei Niederlagen in die WM startete. Das hat es im Mutterland des Eishockeys bei einer WM niemals zuvor gegeben.

Zwei Tore binnen 38 Sekunden

Das erste Drittel war ein Spiegelbild der bisherigen WM-Auftritte. Favorit Kanada startete engagiert. Die Verunsicherung war dem talentierten Team aber deutlich anzumerken. Nach gut zehn Minuten wurden die Kanadier binnen 38 Sekunden zweimal übertölpelt. Bei der schönen Führung durch Mannheims Loibl leistete der zweimalige Stanley-Cup-Sieger Tom Kühnhackl erstklassig Vorarbeit. Beim 2:0 wurde der Schuss von Loibls Club-Kollegen Plachta von Kanadas Top-Talent Owen Power noch ins eigene Netz abgefälscht. Kurz vor der ersten Pause verkürzten die Ahornblätter durch Paul (Ottawa).

In gegnerische Schüsse geworfen

„Einfach mit Stolz weiterspielen, geduldig sein und Spaß haben“, forderte Deutschlands Top-Verteidiger Moritz Seider.  In der Tat kämpfte das deutsche Team aufopferungsvoll, warf sich immer wieder in kanadische Schüsse und überstand im Mittelabschnitts zweimal eine doppelte Unterzahl. Kanada schmeckte das gar nicht, reagierte ungehalten mit einigen Nickligkeiten und wütenden Angriffen. Niederberger (Eisbären Berlin) hielt aber überragend bis zum Ende. Holzer machte mit einem Schuss ins verwaiste Tor alles klar. „So ein Spiel habe ich noch nie erlebt. Wir haben ein Löwenherz“, strahlte Niederberger.

Draisaitls Oilers droht frühes Aus


NHL-Topstar Leon Draisaitl droht seine Hoffnung auf den Stanley-Cup-Titel früh aufgeben zu müssen. Selbst zwei Tore des besten Spielers der vergangenen Saison und eine 4:1-Führung reichten den Edmonton Oilers nicht für den ersten Sieg in der ersten Playoff-Serie gegen die Winnipeg Jets. Nach der 4:5-Niederlage nach Verlängerung am Sonntagabend in Winnipeg liegen die Oilers 0:3 zurück. „Vielleicht sind wir ein bisschen panisch geworden“, sagte der 25-jährige Kölner.