Die Basketballer vom Team Ehingen Urspring haben das letzte Spiel der ProA-Hauptrunde mit 71:80 (30:37) in Kirchheim trotz großem Kämpfergeist verloren. Damit kann jeder im Team und im Umfeld leben, auch wenn es nicht das erhoffte Erfolgserlebnis zum Abschluss gab. „Schöner kann eine Niederlage nicht sein“, sagte Nico Drmota, „völlig verkraftbar, wenn man sieht, auf wen wir jetzt treffen.“ In der Tat ist bei den Steeples die Vorfreude auf die Meisterrunde groß. Mit dem Tabellenzweiten Academics Heidelberg hat Ehingen sozusagen eines der Glückslose gezogen. Eine weitere wünschenswerte Konstellation für die erste Playoffs-Serie (Auftakt am 6. April) wäre gegen Nürnberg gewesen.
Als das Derby gegen die Knights zu Ende war, galt die Aufmerksamkeit dem Liveticker der letzten noch laufenden Zweitliga-Partie. Der verletzte Tim Hasbargen hatte alle Varianten durchgerechnet und am Ende wollte die ganze Delegation wissen, wie das umkämpfte Spiel zwischen Trier und Karlsruhe zu Ende gegangen war. Dann gab es endlich Klarheit: Durch den 87:82-Sieg gegen die Lions verbesserte sich Trier auf Platz sechs, Ehingen fiel auf Rang sieben ab. Und damit geht’s gegen das zweitbeste Team der Hauptrunde.
Die Mannschaft war in Begleitung eines vollen Fan-Busses, aber ohne Trainer Domenik Reinboth angereist. Der leidet seit Ende der vergangenen Woche unter einem Infekt und an einen Einsatz an der Seitenlinie war nicht zu denken. Co-Trainer Krists Plendiskis koordinierte den übersichtlichen Kader am Samstagabend: Neben Ray Simmons, Gianni Otto, Tanner Leissner, Daniel Monteroso, Dominique Uhl und Kevin Yebo war nur Doppellizenzspieler Kevin Strangmeyer verfügbar. Mit dieser Mini-Rotation ging es beherzt ins Spiel gegen die Ritter. Plendiskis konnte nach dem Spiel stolz sein: „Ich ziehe den Hut vor jedem einzelnen Spieler. Jeder hat gekämpft bis zum Schluss.“ Auch der Start war gar nicht schlecht. Die ersten Angriffe gehörten den Gästen, die mit 5:0 in Führung gingen. Leissner – mit weißem Stirnband à la Roger Federer – hatte klassisch abgeschlossen, Simmons einen Dreier erzielt.

Goodwins böse Dreier

Doch dann waren die Hausherren am Drücker. Der Kirchheimer Rohndell Goodwin – mit 27 Zählern der überragende Werfer an diesem Abend – glich in der 4. Minute per Dreier zum 7:7 aus. Während Ehingen ein wenig das Wurfglück fehlte und viele zweite Chancen benötigte, lief es für die Knights gut. Sie entschieden das erste Viertel mit 19:13 für sich. Durchweg Akzente setzen konnte aus Ehinger Sicht Dominique Uhl als auffälligster Spieler. Für Drmota ein toller Nebenaspekt: „Dass er erstmals Topscorer ist, zeigt, wie er sich an das Niveau gewöhnt und eine tolle Entwicklung genommen hat.“
Im zweiten Abschnitt blieb Ehingen weiter dran. Ein aus der Distanz sicherer Goodwin verdarb den Gästen aber häufig den Spaß. Mit einem Rückstand von sieben Punkten (37:30)  gingen die Steeples in die zweite Halbzeit. Simmons eröffnete das Spiel mit einem Dreier, doch Kirchheim kam über leichte Würfe stetig zu Korberfolgen. Immer, wenn die Steeples verkürzt hatten, flog ein hochprozentiger Treffer durch die Reuse. Der Körpereinsatz des bulligen Keith Rendleman und die wahnsinnigen Goodwin-Würfe bestimmten das Schlussviertel, das die Überraschungsmannschaft der Saison sogar noch mit 21:20 für sich entscheiden konnte.