Die Politik hat dem Profisport mit dem Ostern-Lockdown-Chaos ein schwer verdauliches Ei ins Nest gelegt und für großen Ärger bei den Machern gesorgt. Das Hickhack rund um die erst beschlossenen und dann wieder kassierten Ruhetage hatte große Verunsicherung bei den Bossen der Topligen hervorgerufen. Zwischenzeitlich wusste in den Chefetagen niemand genau, ob über die Feiertage gespielt werden darf oder nicht – was zu heftiger Kritik führte.
„Wir brauchen endlich Maßnahmen, um uns an ein Leben mit dem Virus zu gewöhnen“, sagte Frank Bohmann, der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL): „Entsprechende Konzepte im Sport liegen schon lange in der Schublade. Doch wir fühlen uns nicht ausreichend gehört. Es brodelt im deutschen Sport.“ Man brauche „eine Verlässlichkeit in den politischen Entscheidungen, sonst wird das Überleben für uns schwer“.

Spieltag findet statt

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) war trotz einiger anderslautender Einschätzungen aus Kreisen der Politik zumindest offiziell immer davon ausgegangen, dass die 18 Partien der Bundesliga und der 2. Liga durchgeführt werden können. Bislang hat sich keine Regierungsstelle beim Ligaverband gemeldet, um etwas Gegenteiliges zu fordern. Am kommenden Spieltag steht unter anderem das Topspiel zwischen RB Leipzig und Bayern München (Karsamstag) auf dem Programm.
Die DFL hatte ihr Hygienekonzept vorsorglich bereits verschärft. Die Klubs müssen sich auf sogenannte „Quarantäne-Trainingslager“ einstellen. Das DFL-Präsidium zieht eine solche verpflichtende Maßnahme jedenfalls in Erwägung. Demnach könnte für die 36 Vereine der Bundesliga und der 2. Liga eine Quarantäne für die Dauer von bis zu 14 Tagen angeordnet werden. Die DFL legte den Klubs den Bezug der Trainingslager rund um die Spieltage 29, 30 und 31 nahe. Zudem wird die Frequenz der Corona-Tests erhöht.

DFL erhöht Testfrequenz

Mit Blick auf den Basketball hatte Bundesliga-Chef Stefan Holz trotz der diffusen Nachrichtenlage mit einem normalen Spielbetrieb an den Ostertagen gerechnet. In der BBL sind Partien an Gründonnerstag, Karsamstag, Ostersonntag sowie Ostermontag angesetzt.
Für die Deutsche Eishockey Liga (DEL) erklärte Geschäftsführer Gernot Tripcke, dass es „weder medizinisch noch rechtlichen einen Grund gibt, warum wir nicht spielen sollten“. In der DEL sind von Gründonnerstag bis Ostermontag 16 Spiele angesetzt.