Der Routinier als Retter? Kann Friedhelm Funkel als Spezialist für schwierige Aufgaben den 1. FC Köln vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga bewahren? Knapp zwölf Stunden nach der Freistellung von Markus Gisdol nahm er das Angebot bis zum Saisonende an. Und er verbreitete gleich Optimismus. „Ich bin überzeugt davon, dass wir das schaffen können“, sagt der neue FC-Cheftrainer, der an diesem Dienstag um 11 Uhr sein erstes Training leiten wird.
„Friedhelm hat nicht nur große Erfahrung, sondern ist auch mit solchen Situationen absolut vertraut. Er wird unsere Mannschaft bis zum Saisonende führen, mit dem Ziel, den Klassenerhalt zu erreichen“, sagte FC-Geschäftsführer Horst Heldt. „Er hat die Souveränität, die es jetzt braucht, um in dieser Phase einen neuen Impuls zu geben, die notwendige Ruhe zu bewahren und unser Team auf die wichtigen letzten sechs Spiele einzustellen.“
Funkel hatte seine Karriere eigentlich schon beendet. Er war Anfang 2020 bei Fortuna Düsseldorf beurlaubt worden und wollte keinen Verein mehr übernehmen. Gegen 21.30 Uhr am Sonntagabend nach dem mit 2:3 verlorenen Spiel gegen Mitkonkurrent Mainz 05 habe er einen Anruf von Sportchef Heldt erhalten, sagte Funkel, der nicht lange überlegen musste und weiß, was auf ihn zukommt. „Ich habe den FC in den vergangenen Wochen intensiv verfolgt und ein gutes Gespräch mit Horst geführt. Die Mannschaft hat zuletzt gute Leistungen gezeigt, sich aber nicht belohnt. In der Zusammenarbeit mit den Jungs gilt es ab sofort, mit dem gleichen Einsatz die notwendigen Punkte zu holen“, sagte Funkel.
Mit sechs Aufstiegen in die Bundesliga hat Funkel in seiner Karriere eine Rekordmarke gesetzt. 2002 wurde er schon einmal als Retter in Köln engagiert, konnte damals aber den Abstieg nicht verhindern. Dafür gelang ihm mit dem FC sofort der Wiederaufstieg. Bei drei Punkten Rückstand auf Platz 15 und mit Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr) und RB Leipzig als nächsten Gegnern warten nun sofort große Kaliber aufs Geißbock-Team und Friedhelm Funkel.