Basketball Ratiopharm Ulm verliert gegen Brose Bamberg

tgo 08.01.2018

Das war nochmal ein hartes Stück Arbeit, das die Ulmer Bundesliga-Basketballer in der Brose-Arena abgeliefert haben. Arbeit, die nicht belohnt wurde mit zwei Punkten. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Leibenath musste sich Bose Bamberg mit 77:80 (38:40) geschlagen geben. Es war ein knapper, aber verdienter Erfolg des Meisters, der zuletzt sowohl in der BBL als auch in der Euroleague nicht nur einmal gestrauchelt war.

Gallig und bissig hatte der Ulmer Trainer Thorsten Leibenath den Meister erwartet. Und der Coach darf sich rühmen, in seiner Prognose richtig gelegen zu haben. Allerdings haben sich auch die Ratiopharm-Korbjäger ins Zeug gelegt, um den Hinrunden-Abschluss positiv zu gestalten. In der vergangenen Saison war es den Ulmern ja zweimal gelungen, die Bamberger zu schlagen. Mit diesem Wissen war die Mannschaft auch nach Oberfranken gefahren.

So entwickelte sich eine Begegnung, in der sich beide Teams zunächst nichts schenkten, was durchaus zu Lasten spielerischer Höhepunkte ging. Die Gäste fanden allerdings zuerst ihren Rhythmus, während Bamberg die Euroleague-Partie gegen Moskau vom vergangenen Freitag und die Niederlage noch aus den Knochen spielen musste.  Die Mannschaft von Trainer Leibenath, mit der gewohnten Startformation (Günther, Thompson, Akpinar, Butler, Fotu), zog eine solides Spiel auf, punktete nicht überragend, aber durchschnittlich. Das reichte, um sich im ersten Viertel einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Harangody war nicht im Kader.

Bald aber war das Brose-Team auf Augenhöhe und konnte den Vorsprung zum Schluss der ersten zehn Minuten egalisieren (21:21). Der Ulmer Spielmacher Per Günther hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Fouls auf seinem Konto und blieb möglicherweise aus eben diesem Grunde blass – über 40 Minuten. Null Punkte für Günther. Das hat Seltenheitswert.

Eine Vorentscheidung zu Lasten der Ulmer schien im dritten Viertel gefallen zu sein. Die Ratiopharm-Korbjäger standen plötzlich neben sich. Offene Würfe wollten einfach nicht mehr fallen, die Bälle landeten nicht unbedingt bei dem, der als Adressat galt. Schon nach drei Minuten hatten die Ulmer zudem fünf Teamfouls gesammelt. „Wir waren in dieser Phase zu lethargisch und haben nicht mehr das Tempo gespielt, das  wir spielen wollten“, monierte Leibenath.

Bamberg nutzte die Schwächephase mit einem 10:0-Lauf, um sich auf 55:46 abzusetzen. Und brachte mit diesem Endspurt auf wieder die Zuschauer auf die „richtige“ Seite. Aber wie schon in den vergangenen Partien, ganz besonders zuletzt gegen Moskau: Es schien fast so, als hätten die Oberfranken nicht die Kraft, über 40 Minuten Vollgas zu geben. Die Treffsicherheit nahm plötzlich rapide ab. Die Gäste dafür mit neuem Elan. Akpinar war derjenige, der in den letzten zehn Minuten immer wieder den Ball forderte und viele gute Situationen einleitete. Mitte des vierten Viertels hatten die Ulmer den Rückstand auf fünf Punkte verringert und machten sich drauf und dran, dem Meister eine weitere quälende Niederlage beizubringen.

Wieder war es Akpinar, der mit einem erfolgreichen Dreier zum 68:72 vier Minuten vor der Schlusssirene die Bamberger Nerven strapazierte. Dann erkämpfte sich der Nationalspieler den Ball und leitete einen Schnellangriff ein, den Lewis erfolgreich abschloss zum 71:72. 90 Sekunden vor dem Ende gingen die Ulmer durch Fotu (nach einem Ballverlust von Hickman) sogar in Führung (77:76). Danach sorgten aus Sicht von Trainer Leibenath zwei strittige Szenen in Korbnähe doch noch für den Bamberger Erfolg.

„Wir haben mit viel Ruhe und Energie uns eine Chance erarbeitet, vielleicht in die Verlängerung zu kommen. Es ist ärgerlich, dass wir das nicht geschafft haben“, meinte Leibenath, der die Mannschaft bis zum kommenden Freitag in den Urlaub geschickt hat. Am 15. Januar werden die Ulmer zu einem nichtöffentlichen Testspiel gegen den Liga-Konkurrenten Würzburg antreten.