Basketball Zum Titel an der Seite eines NBA-Stars

Werner Gallbronner 22.08.2018

Gemeinsam mit einem NBA-Star in einem Team zu spielen und dann gleich noch eine Deutsche Meisterschaft zu gewinnen ist auch für einen Basketball-Profi ein tolles Erlebnis: Für Kevin Yebo vom ProA-Team Ehingen Urspring ist dieser Traum am Samstag in Erfüllung gegangen. An der Seite von Dennis Schröder, der diesen Sommer nach fünf Jahren bei den Atlanta Hawks zu Oklahoma City Thunder gewechselt ist, gewann Yebo im Aachener Team „Der Stamm Flex“ – von allen nur „Der Stamm“ genannt – das Finalturnier im Drei gegen Drei in Hamburg (wir berichteten).

Die Streetball-Spielform auf nur einen Korb ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch und wird im Sommer 2020 ihre Premiere bei den Olympischen Spielen in Tokio feiern. Umso hilfreicher war es für den Deutschen Basketball-Bund (DBB), dass Dennis Schröder als Werbeträger am Samstag mit dabei war. Eine Überraschung auch für seine Mitspieler. „Ich habe es auch erst am gleichen Tag erfahren“, sagt Kevin Yebo. „Unser Teamchef hatte nur gesagt, dass noch ein vierter sehr guter Spieler dazu kommen wird.“ Das Team komplettierten am vergangenen Wochenende Ray Williams und Femi Oladipo. Letzterer ist den Basketballfans in der Region auch schon bekannt, spielte er doch vor einigen Jahren beim Bundesligisten Ratiopharm Ulm und bei der ProA-Mannschaft der Crailsheim Merlins. Die Streetball-Teams sind im Unterschied zum Hallenbasketball nicht in Vereinen organisiert. Ein Teammanager verpflichtet einen Pool an Spielern, aus dem er für die jeweiligen Turniere welche einlädt.

Einstieg in Basketball

Für Kevin Yebo, zunächst als Fußballer aktiv, war das Drei gegen Drei der Einstieg in den Basketballsport. Mit 16 Jahren hat er angefangen draußen mit Freunden Streetball zu spielen, ehe er nach einem halben Jahr im Verein bei der SG Sechtem weitermachte. Das verbindet den 2,02 Meter großen Power Forward mit Dennis Schröder, der ebenfalls mit Streetball aufgewachsen ist und sich immer wieder freut, wenn er im Sommer einen Abstecher zu dieser Spielform machen kann. In Hamburg tat er auf jeden Fall kund, dass er auch kommendes Jahr gerne wieder bei der Deutschen Meisterschaft antreten würde. „Hier nehmen viele talentierte junge Spieler teil, aber auch alte Bekannte aus meiner Zeit in den deutschen Ligen sind dabei“, sagte Schröder laut Mitteilung des DBB. „Ich bin überzeugt von der Veranstaltung, deshalb unterstütze ich den DBB hier gerne.“

Auch der 22-Jährige vom Team Ehingen Urspring macht gerne seine Abstecher zum Drei gegen Drei, das vom Ablauf komplett anders sei als Basketball in der Halle. Yebo: „Wenn ich Streetball spiele, vergesse ich alles, was im Fünf gegen Fünf wichtig ist.“ Da heiße es für ihn einfach Basketball spielen ohne etwa über Spielzüge nachzudenken. „Die Turniere sind von Mai bis August, bald ist wieder eines in Spanien.“ Auf die Frage, wie es war, an der Seite des NBA-Stars zu spielen, meint er: „Dennis ist sehr gut, man sieht, dass er auf einem anderen Level ist. Ich glaube, er hat dort auch nicht Vollgas gegeben.“ Selbst spielte er am Freitag noch in der Vorbereitung mit den Steeples in Bayreuth, ehe er Samstag früh zum Streetball flog.

Zum Turnier: Auf dem Spielbudenplatz in Hamburg mussten sich die Teams in drei Gruppenspielen für die Viertelfinales qualifizieren. „Der Stamm“ schaffte das mit Siegen gegen „St. Pauli Bats“ (21:15), „Arnolds Youngsters“ (21:15) und LNVP (21:18). Im Viertelfinale bezwangen sie die „Majestics 17:15, den Finaleinzug machten sie mit einem deutlichen 21:11 gegen „Team Weight Room“ perfekt. Dort ging es gegen „Klutsh“ in die Verlängerung, ehe der Titel beim 17:15 gegen 22 Uhr in trockenen Tüchern war.

Drei gegen Drei – alle auf einen Korb

Beim Streetball Drei gegen Drei spielen beide Teams auf einen Korb. Pro Angriffsaktion hat man nur zwölf Sekunden Zeit. Ein Treffer innerhalb der Dreierlinie zählt einen Punkt, ein Treffer von außerhalb zwei Punkte. Freiwürfe zählen pro Wurf einen Punkt. Ein Spiel dauert zehn Minuten oder ist vorzeitig beendet, wenn eines der Teams 21 Punkte erreicht hat. Steht es nach zehn Minuten Unentschieden, gibt es Verlängerung. Zum Sieg benötigt man mindestens zwei Zähler Abstand. Zur DM, der „German Championship“ in Hamburg haben sich die Teams über mehrere Turniere im Vorfeld qualifiziert. „Der Stamm“ verteidigte dort erfolgreich seinen Titel aus dem Vorjahr. gal

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