Ex-NBA-Profi Williams traut Bayern-Basketballern Großes in Europa zu

Gut gelaunt in München angekommen: Ex-NBA-Profi Derrick Williams. Foto: Matthias Balk
Gut gelaunt in München angekommen: Ex-NBA-Profi Derrick Williams. Foto: Matthias Balk © Foto: Matthias Balk
Berlin / Von Manuel Schwarz und Thomas Wolfer, dpa 05.10.2018

An der Seite von Basketball-Weltstar LeBron James kämpfte Derrick Williams im vergangenen Jahr noch um den Titel in der NBA - nun hat der Amerikaner mit dem FC Bayern in Europa Großes vor.

„Ich weiß, dass wir da sein werden, in den Euroleague-Finals, ich weiß das, ich kann es sehen“, sagte der 27 Jahre alte Amerikaner und ließ damit gleich bei seiner Vorstellung am Freitag aufhorchen.

Ist München in der Debütsaison in der extrem strapaziösen Eliteklasse tatsächlich ebenbürtig mit den Topteams aus Moskau und Madrid und kann gar um den Titel spielen? „Wenn man es sich vorstellen kann und daran glaubt, dann wird es manchmal auch passieren“, sagte Williams, der aktuell noch an den Folgen einer Bronchitis laboriert und noch nicht weiß, ob er im Pokal am Sonntag sein Bayern-Debüt geben kann.

Ähnlich groß wie sein Optimismus ist Williams' Erfahrung, auf die der ambitionierte deutsche Basketball-Meister setzt. Der Kalifornier bestritt 428 Partien in der nordamerikanischen NBA und stand 2017 mit Cleveland um LeBron James, Kyrie Irving und Kevin Love im Finale um die Meisterschaft. „Alle erwarten große Dinge von mir, wegen meines Lebenslaufs und wegen der Leute, mit denen ich gespielt habe“, sagte er. „Ich sehe das nicht als Druck, sondern als Herausforderung.“

Sieben Jahre spielte der US-Profi in der NBA, nachdem er 2011 als Nummer zwei im Draft ausgewählt worden war. Der ganz große Durchbruch trat dann aber nicht ein, im vorigen Jahr ging es sogar nach China. Dass er jetzt in der Bundesliga gelandet ist, bezeichnete er „nicht als Rückschritt, sondern als Schritt nach vorne“ und meinte: „Das war die beste Gelegenheit nicht nur für mich, sondern auch den Club.“ Er hoffe zwar weiterhin auf eine neue Chance in Nordamerika, „aber das heißt nicht, dass ich mit den Gedanken nicht voll hier bin“.

„Wir sind einfach wahnsinnig erfreut über die Möglichkeit, mit so einem guten Spieler arbeiten zu dürfen“, hatte Bayerns Sportdirektor Daniele Baiesi zuletzt gesagt. Der Neuzugang wird Zeit benötigen, um sich an den deutschen und europäischen Basketball zu gewöhnen. Die Ziele sind hoch. „Ich erwarte, dass wie viel gewinnen“, sagte er in einem Ausblick auf seine erste Saison in Europa. „Es wird nie langweilig, zu gewinnen. Das habe ich bei den Cavaliers gelernt.“

Einen Heimsieg erlebte er in der Bundesliga zuletzt als Zuschauer mit, der zweite soll am Sonntag (15.00 Uhr) im Pokal gegen die Gießen 46ers folgen. Weil Williams gerade erst einen Infekt auskurierte, wird kurzfristig entschieden, ob er zum Einsatz kommt, hieß es.

Der deutsche Pokalsieger wird seit dieser Saison in einem neuen Modus ermittelt. Mit Ausnahme der Aufsteiger Rasta Vechta und Hakro Merlins Crailsheim treten alle 16 Bundesligisten im Achtelfinale an. Im Vorjahr begann der Wettbewerb erst mit dem Viertelfinale nach einer Qualifikationsphase durch die Platzierung in der Bundesliga-Tabelle.

Am Samstag empfängt der frühere Serienmeister Brose Bamberg s.Oliver Würzburg, am Sonntag geht es für Vizemeister ALBA Berlin gegen medi Bayreuth. Das Endspiel findet am 17. Februar 2019 statt. Auch das Final-4-Wochenende mit Halbfinals und Endspiel wurde abgeschafft.

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