Basketball Vor Eurochallenge-Premiere: Ulm verstärkt Defensive

Ulm / HELEN WEIBLE 04.11.2014
Neustart nach Minikrise für den Basketball-Bundesligisten Ratiopharm Ulm: Guard Deonte Burton entlastet die angespannte Personallage - die Eurochallenge bringt willkommene Abwechslung in den Liga-Alltag.

Es gibt ein allgemeines Aufatmen im verletzungsgeplagten Kader von Ratiopharm Ulm. Noch vor dem Start in die Eurochallenge am Dienstag (19 Uhr, Södertälje/Schweden) verpflichtete der Bundesligist den 23-jährigen Guard Deonte Burton. Der Absolvent der Nevada University stand bis vor zwei Wochen im Kader der Sacramento Kings, wurde aber noch vor Beginn der NBA-Saison entlassen.

Trainer Thorsten Leibenath erwartet von dem vielseitigen Neuzugang, dass er insbesondere in der Verteidigung, wo sein Team zuletzt nicht konstant die gewünschte Leistung abgerufen hat, mit seiner athletischen Spielweise weiterhilft. "Deonte ist ein junger Spieler, der für seine Entwicklung sicher noch Zeit braucht. Ich erhoffe mir aber schon jetzt sowohl in der Verteidigung, als auch im Angriff Impulse von ihm", so Leibenath. Der 1,85-m-Mann, der für die "Nevada Wolf Pack" zahlreiche Spiele in letzter Sekunde entschied, wird auf der Uni-Homepage als "Mr. Clutch" (Mann für die entscheidenden Momente) bezeichnet. Er kann sowohl auf der Point- als auch auf der Shooting-Guard-Position eingesetzt werden. Der siebte Ausländer im Ulmer Team wird den Konkurrenzkampf befeuern, in der BBL wie auch in der Eurochallenge. Ob Burton - am Sonntagabend erst in Stuttgart gelandet - bei der Euro-Premiere schon spielen kann, hängt davon ab, wann seine Spielberechtigung da ist. Sicher nicht dabei sind allerdings Jaka Klobucar (Rückenverletzung) und Boris Savovic (Knieprellung). Stattdessen trainieren die Rekonvaleszenten in Ulm mit dem Pro-B-Farmteam.

Fakt ist, dass jetzt wieder ein anderer Rhythmus herrscht. Möglichkeiten für den Neuen, vollen Einsatz zu zeigen, wird es von jetzt an zahlreiche geben. In der heute beginnenden ersten Gruppenphase bis hin zum 16. Dezember herrscht wie vom Eurocup gewohnt ein straffes Programm mit einem Extra-Spiel unter der Woche. Die Verantwortlichen betonen, dass die damit verbundenen Reisestrapazen und auch die Zusatzkosten sich lohnen. "Uns ist wichtig, dass das Team viel Spielpraxis und Selbstvertrauen sammeln kann, wovon es wiederum in der Liga profitiert", sagt Ulms Manager Thomas Stoll, der davon ausgeht, dass die Ulmer einige Erfolge feiern werden, möglichst weit über die beiden Gruppenphasen (insgesamt zwölf Duelle) hinaus. Andere Klubs wie etwa Würzburg verzichteten vergangene Saison aus Geldgründen auf die Doppelbelastung.

17 Spiele neben dem normalen Bundesliga-Programm sind also drin, wenn das Team das Finale Ende April 2015 erreichen sollte. Per Günther stellt das nicht in Frage: "Wir treten hier an, um den Titel zu holen", unterstreicht der Aufbauspieler seine Ziele für die Eurochallenge. Sollten die Ratiopharm-Korbjäger zu den Finalisten gehören, dann wäre für die Saison 2015/16 übrigens wieder eine Eurocup-Teilnahme drin.