An Selbstvertrauen mangelt es den Frankfurtern diese Saison wahrlich nicht. Skyliners-Legende Quantez Robertson sagte im Basketball-Magazin Big: „Wenn wir die Meisterschaft nicht gewinnen, dann weiß ich auch nicht, wer es sonst kann... Ich kenne die anderen Teams noch nicht so gut, aber ich habe das Gefühl, dass wir reelle Chancen auf den Titel haben.“

Genauso selbstbewusst hat sich Trainer Gordon Herbert geäußert. Die Saisonziele der Hessen hat er klar definiert: „Bundesliga: Top-Vier der Hauptrunde. Eurocup: zweite Runde. Und im neu formierten Pokal wollen wir am Ende den Titel holen.“ Gemessen an dieser Aussage ist im Achtelfinale heute (18 Uhr/Telekomsport) ein Sieg gegen Ratiopharm Ulm Pflicht. Allerdings zeigt sich Trainer Thorsten Leibenath von den forschen Tönen keineswegs eingeschüchtert, sondern stellt klar: „Wir wollen in die nächste Runde.“

Starkes Trio verloren

Dass die Frankfurter, die vergangenen Saison im Playoff-Viertelfinale dem späteren Meister Bayern München in fünf Spielen alles abverlangt haben, so offen mit den ambitionierten Zielen umgehen, ist für Leibenath in Ordnung: „Ich finde das nicht zu forsch.“ Allerdings stellt der 43-Jährige klar, dass man bei solchen Formulierungen realistisch bleiben muss. Dass Ulm den Eurocup gewinnt oder deutscher Meister wird, ist nicht ausgeschlossen – aber auch nicht allzu wahrscheinlich. Mit ein wenig Losglück könnten die Chancen im Pokal besser stehen. Damit liebäugelt das Ratiopharm-Team. „Jeder weiß, dass wir gerne einen Titel nach Ulm holen würden“, sagt Leibenath.

Dass die Frankfurter so optimistisch in die Runde gehen, überrascht. Mit Tai Webster (Galatasaray Istanbul), Philip Scrubb (Zenit St. Petersburg) und dem 18 Jahre alten deutschen Nationalspieler Isaac Bonga, der an der Seite von Superstar LeBron James für die Los Angeles Lakers in der NBA  auflaufen darf, verließ ein starkes Trio die Main-Metropole. Am Spielstil hat sich dadurch allerdings wenig geändert. Robertson und Co. sind für ihre intensive Defense bekannt und haben mit Akeem Vargas, der aus Berlin kam, einen weiteren Spezialisten dieses Metiers hinzubekommen.

„Tez“ im Eurocup gut drauf

Die Schlüsselrolle bleibt aber dem Kapitän zugeteilt. „Ein intensives Spiel braucht einen, der genau das vorlebt“, sagt Leibenath. Und das ist Robertson, dem man seine 33 Jahre in der zehnten Saison im Skyliners-Trikot nicht anmerkt. Beim 88:85 nach Verlängerung im Eurocup gegen Turin stand „Tez“ 42 Minuten auf dem Feld, kam dabei auf 14 Punkte, 8 Rebounds, 5 Assists und 5 Steals.

Um in Frankfurt bestehen zu können, sollte Ulm die Fehler aus den verlorenen Spielen gegen München und Roter Stern Belgrad abstellen. „Wir müssen in der entscheidenden Phase strukturierter spielen“, stellt Leibenath klar. Für ihn die Grundvoraussetzung, um den selbsternannten Titelkandidaten bereits im Achtelfinale aus dem Pokal zu werfen und die eigenen Hoffnungen am Leben zu halten.