Ulm Virtueller Ritterschlag für die Ulmer Basketballer

SEBASTIAN SCHMID 06.09.2016
Ulms Neuzugang Dominique Sutton hat Pech gehabt: Er wird im Gegensatz zu seinen neuen Teamkollegen nicht als Computerspielfigur in NBA 2K17 verewigt.

Die Ulmer Basketballer haben wie bereits berichtet auf den nun doch länger als zunächst angenommenen Ausfall von Augustine Rubit reagiert und mit Dominique Sutton einen weiteren Spieler verpflichtet. Der 29 Jahre alte Amerikaner war vergangene Saison beim italienischen Erstligisten Dolomiti Energia Trento unter Vertrag und wird zunächst für zwei Monate beim Ratiopharm-Team aushelfen. Der Vizemeister besitzt allerdings eine Option, den Vertrag mit dem athletischen Forward bis zum Saisonende zu verlängern.

Die Verpflichtung wurde nötig, da Rubit wegen einer Handverletzung nicht rechtzeitig zum Rundenstart fit wird. „Da uns von Saisonbeginn an zwei Spiele pro Woche bevorstehen, wollten wir das Risiko nicht eingehen, mit Rubit gleich zu Beginn einen Stammspieler entbehren zu müssen“, sagte Ulms Geschäftsführer Thomas Stoll.

Auch wenn Sutton noch rechtzeitig dran ist, was die Vorbereitung und den Saisonstart betrifft, ist er für eine andere Sache leider zu spät. Der deutsche Vizemeister ist mit dem Team der kommenden Saison – mit Ausnahme von Sutton – im Computer- und Konsolenspiel „NBA 2K17“ vertreten und stößt damit zumindest virtuell in die europäische Basketball-Spitze vor. Neben den Ulmern sind lediglich 20 weitere Klubs aus Europa dabei, darunter alle 16 Euroleague-Starter sowie aus Deutschland noch Bayern München und Alba Berlin.

„Für uns ist das schon eine Art Ritterschlag in so ein Spiel aufgenommem zu werden“, freut sich Andreas Oettel, der Ulmer Geschäftsführer Finanzen. Bezahlen mussten die Ulmer für die Aufnahme ins Spiel nichts, Geld bekommen sie allerdings auch nicht. Vielmehr bringt es Prestige und ist eine tolle Sache, neben den ganzen NBA-Klubs und Europas Elite wie Euroleague-Sieger ZSKA Moskau oder dem FC Barcelona vertreten zu sein. „Das ist schon cool, ohne Frage“, sagte Oettel. Zumal die Aufnahme in das Spiel, dessen Vorgänger NBA 2K16 weltweit 7,84 Millionen Mal verkauft wurde, der Lohn für die Erfolge der vergangenen Jahre ist.

Der Aufstieg der Ulmer ist auch 2K aufgefallen, dem Computerspiel-Publisher, der das populäre Basketball-Spiel vertreibt. „Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland zu einem Topteam entwickelt und ist nun ein bekanntes Gesicht im Eurocup“, sagt Wouter van Vugt, Kommunikations-Chef bei 2K und ergänzt: „Da wir noch Team-Plätze im Spiel frei hatten, fiel unsere Wahl auf Ulm.“ Bei Preisen von 50 bis 70 Euro für das Spiel, je nach Konsole, weiß Oettel, dass es nicht nur am Ruf seiner Mannschaft liegt, dass das Ratiopharm-Team dabei ist: „Deutschland ist natürlich ein super interessanter Markt.“

Die Ulmer Fans und Spieler freuen sich jedenfalls auf die Veröffentlichung am 20. September. Laut Van Vugt werden übrigens die Spiel-Avatare ihren echten Ratiopharm-Pendants ähnlich sehen – nur Sutton sucht man halt vergebens.